In der Sailerstraße

Kampf um die Schwabinger Giebelhäuser - Abriss gestoppt

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Am Donnerstag in der ­Sailerstraße: Der Gehsteig ist ­abgesperrt, der Abriss ruht.

Die Altstadtfreunde führen einen verzweifelten Kampf um die drei Giebelhäuschen in der Sailerstraße. Jetzt wurde der Abriss gestoppt - vorerst.

München - Es ist ein verzweifelter Kampf, den die Altstadtfreunde führen – um die drei Giebelhäuschen in der Sailerstraße (Schwabing-West). Sie wollen den Abriss mit einer Petition stoppen. Doch im Streit um diese besonderen Häuschen überschlagen sich die Ereignisse: Kurz bevor der Landtag die Petition der Altstadtfreunde behandelte, versuchen die Eigentümer vollendete Tatsachen zu schaffen und haben mit dem Abriss begonnen. Die Stadt hat das nun gestoppt. 

Grund für das Einschreiten der Lokalbaukommission ist, dass die Bauarbeiter zu früh damit begonnen hatten, die Fenster herauszureißen und die ersten Ziegel vom Dach zu nehmen. Der Abriss war nämlich erst am 20. März bei der Stadt angezeigt worden. Damit dürften die Abrissarbeiten erst am 18. April beginnen. „Wir haben den Bauherren gebeten, die Arbeiten einzustellen“, bestätigt Thorsten Vogel, Sprecher des Planungsreferates. Mehr noch: Nachbarn berichten unserer Redaktion, dass sie die Stadt verständigt haben, weil sie befürchten, dass Ziegel oder Fensterscheiben auf den Gehsteig fallen.

Baustellenabsperrung wurde zurückdatiert

Die Folge: Die Stadt ordnete am vergangenen Freitag eine Baustellenabsperrung an. Die wurde erst am Mittwoch von den Bauarbeitern aufgestellt, mit dem Datum: „3.4. – 31.5“. Man muss eine Sperre drei Tage vorher bekannt geben, also wurde das Schild zurückdatiert. 

Auch in Bezug auf die städtische Genehmigungspolitik offenbaren sich einmal mehr Merkwürdigkeiten: Als die Diskussion um die Denkmalwürdigkeit der Häuser losbrach – dokumentiert von der Münchner Presse –, war erst einer der Bauanträge für die drei Häuser von der Stadt genehmigt worden. Die zweite Baugenehmigung wurde im Juni 2016 erteilt, da war die öffentliche Diskussion schon im Gange. Die dritte Baugenehmigung wurde gar erst im Januar 2017 erteilt. „Die Stadt hätte also wissen können, dass es sich bei den Häusern möglicherweise um Baudenkmäler handelt“, sagt kopfschüttelnd Martin Schreck von den Altstadtfreunden, die die Landtagspetition initiierten.

CSU-Abgeordneter: „Häuser werden begutachtet“

Das Landesparlament will jedenfalls tätig werden. Der Abgeordnete Robert Brannekämper (CSU) berichtet vom Beschluss des Landtages vom Mittwoch: „Wir werden das Landesamt für Denkmalpflege bitten, die Häuser zu begutachten. Falls die Häuser als Denkmäler eingestuft werden, würdigen wir die Petition und fordern die Stadt auf, die Baugenehmigungen wegen Rechtsfehlerhaftigkeit zurückzuziehen.“ Mathias Pfeil, der Chef des Landesamtes für Denkmalpflege, erklärt, man habe die Besitzer bereits informiert. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es kommende Woche einen Besichtigungstermin. Die Bauherren verstehen die Diskussion nicht: „Es gab so viele Umbauten, das sind keine Baudenkmäler mehr“, so einer von ihnen auf Anfrage.

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