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Welle der Empörung

Schwabinger Kult-Kiosk soll für Burgerkette weichen: „Mama Ulli“ ist den Tränen nahe

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Schwabinger Stammkunden protestieren: Der Kiosk muss bleiben

Stammkunden sind empört. Der Schwabinger Kult-Kiosk im „Drugstore“ soll verschwinden. Ein Burgerbrater zieht in die Feilitzschstraße.

München - Jetzt stirbt auch noch das letzte Überbleibsel aus den 70er-Jahren in Schwabing: Über 50 Jahre lang gab es den Kult-Kiosk in dem Lokal Drugstore am Wedekindplatz. Nun muss der kleine Laden bis zum 31. Mai raus! Der Grund für die Kündigung: Geschäftsführer Nader Saffari (50) vom Drugstore ist pleite. Es kommt was Neues rein: die Hamburgerei, eine Burgerkette!

Die Nachricht löste gestern eine Welle der Empörung bei den Schwabingern in der Feilitzschstraße aus: „Ich habe da schon für meinen Opa Zigaretten gekauft“, sagt etwa Ben (53). Und „Mama Ulli, die Seele Schwabings“ – wie die Stammkunden die Verkäuferin Ulli Choudharry (55) liebevoll nennen – ist den Tränen nahe: „Ich habe den Kiosk geliebt, das ist meine Welt.“ Mit Ulli, die seit 17 Jahren im Laden steht, teilten die Menschen ihre Sorgen, Nöte und Freuden.

Schwabinger Seele: Seit 17 Jahren steht Ulli Choudhary im Drugstore-Kiosk

Saffari soll gewaltige Schulden angehäuft haben

Nach dem Tod seines Vaters Jahangir vor drei Jahren übernahm Saffari das Lokal. Dann sanierte der Sohn neun Monate lang das Lokal, das ein Mix aus Kneipe, Restaurant und Café ist. 116.000 Euro Schulden soll Saffari bei den Hausbesitzern haben, der Brauerei Maierbräu aus Altomünster.

Vor zwei Tagen wurde das Insolvenzverfahren eröffnet, sagt Peter Rubenbauer, Hauptgesellschafter vom Drugstore: „Ich habe wirklich sehr gekämpft für den Laden, war achtmal bei der Brauerei. Es ist leider nichts mehr zu machen.“

Zur Erinnerunng: Im Drugstore verkehrten Uschi Glas, Romy Schneider, Mick Jagger, hier wurden auch Szenen der Kultserie Monaco Franze mit Helmut Fischer gedreht. Es wurde 1967 von den beiden aus Iran kommenden Brüder Anusch und Temur Samy eröffnet. Kurze Zeit später zog der Kiosk ein. Ein kleiner Laden, aber eine lebende Legende aus der Hippie-Ära. Über 50 Jahre lang gingen die Schwabinger dort ein und aus: Um Zigaretten und Zeitungen oder eine Flasche Wein nach Feierabend zu kaufen. Bei „Mama Ulli“ konnten die Schwabinger noch bis ein Uhr nachts einkaufen – und ratschen.

Die wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Schwabing - mein Viertel“.

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