"Konzept gefährdet den Standort"

SPD kritisiert Schwabinger Klinik-Kahlschlag

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Nur das Kinder-Zentrum und Notfall-Klinik des Schwabinger Klinikums bleiben erhalten.

München - Jetzt kommt der Gegenwind gegen die Sanierung der städtischen Kliniken sogar schon aus der SPD: Die Genossen im Münchner Norden stellen den Kahlschlag am Klinikum Schwabing infrage!

„Wie soll die Notfall-Versorgung mit so einer kleinen Einheit klappen?“, fragt die Landtagsabgeordnete Ruth Waldmann. Das Konzept erscheine weder tragfähig noch ausreichend. „Es gefährdet den Standort.“

Damit stellt sich die Schwabinger SPD gegen die Sanierungspläne, die Rot-Grün unter Alt-OB Christian Ude (SPD) angestoßen und Schwarz-Rot unter OB Dieter Reiter (SPD) beschlossen hatte: An den fünf, dann vier Standorten müssen 800 von 3300 Betten und 2000 der 8000 Mitarbeiter weg. Vor allem Schwabing muss bluten – von den 900 Betten bleiben ein topmodernes Eltern-Kind-Zentrum mit 199 und eine Notfall-Klinik mit 94 Betten.

Die SPD Landtagsabgeordnete Ruth Waldmann.

Muss das wirklich sein? Waldmann und die SPD zweifeln an der Versorgung der Nachbarn im Norden, weil die Notfall-Klinik nicht auf Fachstationen zurückgreifen kann. „Ein Herzinfarkt kann vielleicht noch versorgt werden“, sagt Waldmann. „Aber wenn der Patient einen Bypass braucht, bekommt er den sicher nicht dort.“ Und wenn der Standort schon schrumpfen muss, dann solle wenigstens mit Bereitschaftspraxen oder Reha-Zentren eine medizinische oder wissenschaftliche Nutzung der denkmalgeschützten Bauten erhalten bleiben. Ansonsten könnten günstige Wohnungen für Pfleger entstehen.

Im schwarz-roten Rathaus kommt der Vorstoß nicht gut an: „Wir haben bei unserem Beschluss sichergestellt, dass auch Patienten mit der schwersten Erkrankungsstufe versorgt werden können“, sagt CSU-Stadtrat Hans Theiss. Mit dem im Dezember beschlossenen Neubau der Kinderklinik gehe in Schwabing endlich wieder etwas voran. Zudem stünden die Kliniken insgesamt erstmals finanziell besser als der – wenn auch recht pessimistische – Plan da.

David Costanzo

Die SPD lädt die Bürger zur Podiumsdiskussion mit Vertretern von Rathaus, Klinik und Medizin am 5. März (19.30 Uhr) im Albert-Lempp-Saal der Kreuzkirche.

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