"Schwabinger Tor": Jetzt geht's Hotel und Metro an den Kragen

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200 Bäume sind bereits für das Großprojekt gefällt worden.

München - 200 Bäume sind schon weg, die Bauarbeiten für das "Schwabinger Tor" haben begonnen. Münchens beliebter Großmarkt wird bald platt gemacht. Neues Highlight soll ein Nobelhotel werden.

Schöne Bäume einfach fällen? Da zwickt so manches Herz der Naturliebhaber: Knapp 200 Bäumen ging’s am Montag rund um den Metro Markt und das Hotel Holiday Inn an die Wurzel - die Eschen zwischen Leopoldstraße und Berliner Straße müssen den Bauarbeiten für das neue Luxus-Quartier „Schwabinger Tor“ weichen. Diese Woche beginnt der sogenannte Rückbau der alten Metro und des Hotels - Fenster, Dämmstoffe und schadstoffhaltige Materialien werden demontiert und die Gebäude entkernt. Erste Abrissbagger rollen vorraussichtlich im Frühjahr an und machen Münchens beliebten Großmarkt platt.

Bis 2015 entsteht an der selben Stelle das neue Viertel, in dem etwa 800 Menschen in bester Lage und allen Preiskategorien wohnen können. Im Gewerbeteil sind Geschäfte, Restaurants, Cafés, Kleinkunstbühnen sowie eine Kindertagesstätte geplant. „Wir wollen ein lebendiges Quartier schaffen, in dem sich die Dreiteilung aus Gewerbe, Wohnen und Büros perfekt ergänzt“, sagt Stefanie Schusser, Sprecherin der Münchner Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft Jost Hurler, die das Grundstück neu bebaut.

Luxus-Viertel statt Metro: Neuer Blickfang an der Leopoldstraße wird das Nobel-Hotel.

Highlight des Komplexes: Ein Fünf-Sterne-Plus-Hotel mit 300 Betten, einem Wellnessbereich auf 4500 Quadratmetern und einem fast genauso großen Ball- und Tagungssaal. Schusser: „Das Hotel wird etwas Außergewöhnliches, München kann sich freuen!“ Laut Schusser seien die Baumfällarbeiten unproblematisch, „da viele Bäume bereits stark beschädigt waren und nicht genug Wurzelraum hatten.“ Ab 2015 heißt’s dann Aufatmen für die grüne Lunge Schwabings: Sobald der autofreie Luxus-Bereich fertig gebaut ist, wird für jeden gefällten Baum eine neue Pappel gepflanzt - die für die Leopoldstraße typische Allee soll damit fortgeführt werden.

Christina Lewinsky

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