Schwanenjagd schockiert Spaziergänger

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Trostloser Anblick: die tote Schwanenfamilie. Alle wurden am Montag von Jägern erschossen.

München - Oberhalb der Grünwalder Brücke haben Jäger am Montag zahlreiche Enten, Blesshühner und auch Schwäne abgeschossen. Sterbend trieben die Tiere im Wasser. Die Anwohner protestieren:

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Jäger haben laut Landratsamt das Recht dazu. Und sie haben auch niemanden in Gefahr gebracht. Gleichwohl schocken diese rüden Jagdmethoden zahlreiche Anwohner und Spaziergänger, die täglich ihre Freude an den halb zahmen Wasservögeln hatten. Oberhalb der Grünwalder Brücke schossen Jäger am Montag zahlreiche Enten, Blesshühner und auch mindestens neun Schwäne ab. Sterbend trieben die Tiere an den Menschen vorbei zum Wehr, wo die Jäger das leblose Federvieh einsammelten, in Kisten und dann in ihre Geländewagen packten. „Es war ein fürchterlicher Anblick, wie die Tiere da so auf einem Haufen lagen und aus den Schnäbeln bluteten“, berichtete eine Anwohnerin, die am Brückenwirt täglich an der Isar spazieren geht. „Diese Tiere waren zutraulich. Niemals waren es mehr als drei auf einmal. Wir Anwohner haben uns jeden Tag an ihrem Anblick erfreut.“ Unter den toten Schwänen ist auch ein Elternpaar mit seinem Jungen: „Wir haben dem kleinen Schwan beim Aufwachsen zugeschaut. Ihn nun so daliegen zu sehen, zerreißt einem das Herz.“

Beim Landratsamt hat man Verständnis für den Protest. Gleichwohl jedoch steht fest: „Vom 1. November bis 20. Februar ist Jagdzeit. Das Gebiet im Isartal ist ein ausgewiesenes Jagdrevier und es gibt auch keine vorgeschriebenen Abschusszahlen wie zum Beispiel beim Rehwild“, erklärte Sprecherin Christine Spiegel am Dienstag.

Als eine Anwohnerin die Jäger ansprach, wurde sie barsch abgewiesen: „Nicht so nahe, nicht anfassen. Die haben alle Vogelgrippe“, wurde ihr gesagt. Das kann Christine Spiegel nicht bestätigen: „Zwei der Schwäne sollen aber Krebsgeschwüre gehabt haben.“

Dorita Plange

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