Bodengitter haben sich gehoben

Böse Stolperfallen: Obsthändler berichtet von Stürzen älterer Damen

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Obsthändler Edo ist besorgt: Über dieses Gitter stürzte kürzlich eine ältere Dame.

Von seinem Obststand aus beobachtet Edo das Geschehen rund um die Ecke Ganghofer-/Heimeranstraße. Die Stolper-Unfälle dort mehren sich, er schlägt Alarm.

Edo, der Obsthändler von der Schwanthalerhöhe, ist schockiert. Von seinem Stand an der Ecke Ganghofer-/Heimeranstraße aus beobachtet der 39-Jährige täglich, was um ihn herum passiert. Und manchmal passiert etwas Schlimmes – weil der Platz vor der Sparkasse voller Stolperfallen ist.

Vergangenen Freitag sei hier eine ältere Dame gestürzt. „Sie ist darüber gestolpert“, sagt Edo und zeigt auf das Bodengitter um einen Baum. Auf einer Seite hat es sich angehoben, wohl wegen der Wurzelbewegungen. Die Passantin übersah das hochstehende Metallteil. Sie fiel auf den Kopf. Edo half ihr auf. Ihr halbes Gesicht schwoll stark an. „Sie war eh unterwegs zum Arzt“, sagt er. Vorgestern kam sie wieder zu seinem Stand. Ihr Gesicht: immer noch komplett blau.

„Ein Albtraum“, sagt Edo. Bei fast allen Ahornbäumen auf dem Platz haben sich die Bodengitter gehoben, bei manchen auch der Randstein – seit vielen Monaten, sagt Edo. Die Gitter seien dazu da, „die Bäume mit ausreichend Luft und Wasser zu versorgen“, gibt Christian Müller vom Baureferat Auskunft. Eigentlich gehören sie ebenerdig in den Boden versenkt. Über ein anderes Gitter hier sei bereits im vergangenen Jahr eine alte Dame gestürzt, sagt Edo. Sie habe sich die Schulter gebrochen und wochenlang eine Armschlinge getragen. Damals hätten sich einige Bürger bei der Stadt beschwert. Nach Wochen habe ein städtischer Mitarbeiter etwas Asphalt neben dem Gitter aufgegossen – „aber bei den anderen Bäumen nicht“.

Müller dagegen sagt, dem Baureferat lägen keine Hinweise auf Probleme vor. Mitarbeiter kontrollierten die Gitter regelmäßig. Im Lauf der letzten Jahre hätten sich diese „marginal um etwa einen bis 1,5 Zentimeter angehoben“. Nach Recherchen unserer Zeitung jedoch stehen die Gitter teils etwa fünf Zentimeter hoch. Die Hinweise auf Stolpergefahr nehme das Baureferat „sehr ernst“, sagt Müller. „Wir werden als Sofortmaßnahme die Ränder der Baumschutzgitter mit Asphalt einfassen.“

Edo beobachtet auch, dass die Gitter bei Nässe sehr glatt sind. Im Winter sehe er manchmal Angestellte aus den umliegenden Firmen auf ihren Ledersohlen ausrutschen. Und noch etwas ist ihm ein Dorn im Auge: die dunkle Farbe der steinernen Sitzblöcke. Immer wieder übersähen Passanten die finsteren Hindernisse. „Neulich flog ein Mann im Anzug kopfüber darüber“, sagt Edo. Er plädiert dafür, die Blöcke hell anzustreichen. Hier jedoch sieht das Baureferat keinen Handlungsbedarf. Die Sitzquader seien so angeordnet, dass sie „nicht überraschend im Wege stehen“, so Müller. Auch nachts seien sie „durch ihre Massivität gut zu erkennen“. Die Quader seien „Bestandteil der Gesamtgestaltung der Freiflächen“.

Edo begreift nicht, dass die Stadt in solchen Fällen nicht schneller handelt. Viele Kinder und Schwangere, ältere und blinde Menschen querten täglich diesen Platz, sagt er. „Was muss denn noch passieren?“

Christine Ulrich

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