Zwei aktuelle Fälle

Hilfe! Rambo-Alarm auf unseren Straßen

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Ein Taxi kurz vorm Trappentreu-Tunnel: Hier wird gebaut. Manche Nerven liegen blank.

München - Es gibt derzeit eine gewaltige Staustelle an der Trappentreustraße. Und am Dienstag lagen die Nerven blank bei einem Taxler. Und im Kreis Ebersberg hat einen Brummifahrer offensichtlich sämtlicher Hafer gestochen. Zwei Geschichten über Rambo-Fahrer.

Fall 1: Taxler fährt ihn an

Bauarbeiter Jürgen Rechenauer (49) ist von Autofahrern einiges gewohnt. Doch das, was ihm am Freitagabend widerfuhr, schlug alles: Der Polier sperrt ab 20 Uhr wie jeden Abend mit Kollegen die kurze Zufahrt von der Landsberger Straße in Richtung Trappentreu-Tunnel ab. Sie müssen die Straße fräsen.

Doch ein Taxifahrer will das nicht akzeptieren. Rechenauers Kollegen rufen ihn zur Hilfe: „Der Taxler hat gesagt, wir würden doch gar nicht arbeiten – und dass er jetzt hier reinfährt“, erzählt der 49-Jährige. Der Mann will in die Guldeinstraße kurz vor dem Tunnel.

Vom Taxi aufgebockt: Bauarbeiter Jürgen Rechenauer (49).

Doch da ist schon abgesperrt – Rechenauer darf niemanden durchlassen. Da tickt der 42-jährige Taxifahrer aus. „Ich stand gleich vor seinem Auto bei der Absperrung – aber dem Taxler war das egal, er hat einfach Gas gegeben“, so der Bauarbeiter.

Um nicht unters Taxi zu geraten, springt Rechenauer auf die Kühlerhaube. Doch auch jetzt lässt der Taxler nicht von ihm ab. „Er hat immer wieder Gas gegeben und dann abrupt gestoppt.“ Der Polier fällt von der Motorhaube, aber zum Glück bleibt er bei seinem ungewöhnlichen Rodeo-Ritt unverletzt.

Die Irrsinns-Fahrt des Taxlers geht weiter: Jetzt richtet sich seine Wut gegen fünf von Rechenauers Kollegen. Der Taxler rast auf die Gruppe zu. „Sie sind nur zur Seite gesprungen, einen hat er aber am Ellenbogen erwischt.“ Rechenauer weiß aus Erfahrung: „Manche Fahrer drehen hier total am Rad. Die Taxler sind leider besonders schlimm.“

Der Rambo-Fahrer haut zunächst ab. Doch die Polizei macht ihn kurz darauf ausfindig. Warum er so ausgeflippt ist, weiß wohl nur der Raser selbst: Alkohol oder Drogen hatte er nicht intus. Und seinen Führerschein jetzt nicht mehr in der Brieftasche …

Ramona Weise

Fall 2: Irrsinn im Umland

Sonntagabend, 19 Uhr, Petra W. ist auf dem Heimweg, als der Horror beginnt: An der Ausfahrt Anzing der A94 (Richtung Passau) bedrängt sie ein kleiner Lieferwagen. Der Unbekannte verfolgt die 50-jährige Frau 3,5 Kilometer weit, bis Markt Schwaben (Kreis Ebersberg). Und: Er rammt sie mehrfach! „Ich wusste nicht, was der wollte“, berichtet Petra W. aus Ottenhofen (Kreis Erding) der Ebersberger Zeitung. Sie konnte gerade noch rechtzeitig in den Kassenraum der Esso-Tankstelle in Markt Schwaben fliehen, während der Täter – ein Bulgare (60) – draußen ausflippte. Einem Nachbarn, der an der Tankstelle vorbeiging, ist es zu verdanken, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Denn: Erich Kandlbinder war mutig und zog den Zündschlüssel, als der Bulgare wieder starten wollte.

Vorn der Citroen der bedrängten Frau, hinten das Auto des Täters.

An der Autobahnausfahrt war‘s losgegangen. Der Lieferwagen drängte Petra W. fast von der Fahrbahn. Auf der Staatsstraße zwischen Anzing und Markt Schwaben habe der Mann mindestens drei Mal ihr Auto gerammt, erzählt Petra W. Warum? „Keine Ahnung“, sagt sie. Ihre Fahrt wurde eine Flucht. „Zum Glück sah ich dann die Tankstelle“, erzählt Petra W. Sie steuerte aufs Gelände, der Lieferwagen folgte und rammte den Wagen - so stark, dass er diesen auf zwei weitere Autos schob.

Petra W. wurde zum Glück nur leicht verletzt – sie flüchtete in die Tankstelle und versteckte sich am Boden. „Unser 18-jähriger Kassier, der Dienst hatte, hat genau richtig gehandelt: Den Shop zugesperrt und sämtliche Zapfsäulen außer Betrieb gesetzt“, lobt Tankstellen-Betreiber Wolfgang Jenuwein. Kurze Zeit später kam die Polizei und nahm den 60-jährigen Fahrer des Lieferwagens fest. Laut Polizeibericht war der Bulgare betrunken.

Armin Rösl

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