Als Zwischennutzung

Kinseher kämpft für Kabarettbühne im alten XXXLutz

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Der XXXLutz auf der Schwanthalerhöhe.

München - Kleine Kunst auf XXXL-Bühne: Seit einem Jahr steht das Möbelhaus an der Theresienhöhe leer. Am Montag Abend wollte der neue Eigentümer dem Bezirksausschuss seine Pläne für ein Stadtteilzentrum vorstellen.

Aber bis zum Baubeginn irgendwann 2016 wollen die Nachbarn nicht warten: Bis dahin muss Kultur rein!

Große Bühne für kleine Kultur: Luise Kinseher macht sich eine Zwischennutzung im alten XXXLutz-Haus stark.

Eine Koalition des SPD-Landtagsabgeordneten Andreas Lotte, der auch im Bezirksausschuss sitzt und im alten XXXLutz-Komplex wohnt, mit Star-Kabarettistin Luise Kinseher, die gleich um die Ecke lebt, hat sich formiert: Ein kleines Theater könnte entstehen, vielleicht eine Kabarettbühne, Ateliers für Künstler, auf jeden Fall aber Proberäume für Bands oder Tanzgruppen aus dem Viertel. „Wir brauchen Freiräume, wo was passieren kann“, sagt Kinseher der tz. „Wo auch junge Leute mal was ausprobieren können.“ Das fehle völlig – weil aus jedem Quadratzentimeter noch der letzte Cent Profit herausgequetscht wird. Kommerz statt Kultur …

Der neue Investor, die Hamburger HBB, die das Areal vor einem Jahr gekauft hat, wollte sich Anfrage der tz vor dem Auftritt im Bezirksausschuss nicht äußern. SPD-Politiker Lotte hofft noch: „Von den Investoren waren vollmundig große Initiativen angekündigt worden.“ Passiert sei bis auf ein paar schlecht ausgeleuchtete Bilder nichts.

Kinseher sagt, Kultur sei in der Stadt wirtschaftlich „brutal schwer“ zu halten. Es brauche Platz, in dem die Menschen sich einfach begegnen können. Auch wenn der immer nur für ein paar Monate zur Verfügung steht, bevor die Rendite wieder einzieht. Denn dann tut sich schon der nächste Leerstand auf.

Das geschieht mit dem Gelände an der Theresienwiese

Im November wurde endlich ein Bauantrag eingereicht: Der neue Eigentümer HBB hat schon lange angekündigt, bis 2017 ein Quartierszentrum einzurichten – mit öffentlicher Nutzung, Gastronomie, Läden, Schaufenstern und Passagen. Die Nachbarn sind allerdings alarmiert, weil auch von einem „lebendigen Einkaufsquartier“ auf den 25 000 Quadratmetern Mietfläche die Rede ist. Das könne eine Verkehrslawine auslösen – für die eigens eine Tiefgaragen-Einfahrt am Bavariaring eingerichtet werden könnte. Der Nachbar-Eigentümer Bayerische Hausbau berichtet von einem gemeinsamen Antrag auf Bauvorbescheid, den die Stadt nun prüft: „Die Neuerungen auf den Flächen der Bayerischen Hausbau beziehen sich auf die von Toys’R’Us genutzte Fläche sowie die Tiefgarage.“

David Costanzo

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