Bomben-Attrappe an der Schwanthalerhöhe

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Feuerwehr und Polizei an der Gollierstraße

München - Ein Hausmeister hat an der Schwanthalerhöhe ein verdächtiges Päckchen gefunden. In ihm steckte etwas, dass aussehen sollte wie eine Bombe. Die Polizei hat die Gegend abgeriegelt.

Den Dienstagnachmittag werden die Bewohner der Gollierstraße im Münchner Westend so schnell nicht vergessen: Die Polizei löste Bombenalarm aus und evakuierte 90 Anwohner. Ein Hausmeister hatte im Müllhäuschen der Hausnummer 45 ein verdächtiges Päckchen entdeckt und einen Großeinsatz ausgelöst. Am Ende stellte sich die vermeintliche Bombe als Attrappe heraus.

Bilder: Bomben-Attrappe an der Schwanthalerhöhe

Bereits am Vormittag fand Hausmeister Fred Schulze das Paket bei den Mülltonnen im Innenhof des Gebäudes. Auf einem etwa 30 x 20 x 10 Zentimeter großen Karton lag eine Digitaluhr, aus der Drähte in den Karton führten. Auch ein Schreiben lag dem Karton bei. „Da stand wirres Zeug darauf“, sagt Schulze. „,Ihr könnt euch auf was gefasst machen‘, zum Beispiel.“ Statt sofort Alarm zu schlagen trug er das Paket zunächst auf die Straße, legte es neben einem Kleinlaster ab und benachrichtigte seinen Chef. Der rief um 14.20 Uhr die Polizei.

Sofort sperrten die Einsatzkräfte daraufhin die Gollierstraße zwischen Ganghofer- und Geroltstraße und ließen die angrenzenden Häuser evakuieren. Rund 100 Polizisten, 60 Feuerwehrleute und 40 Rettungskräfte waren im Einsatz.

Über die Rückseite der Gebäude brachten die Einsatzkräfte die betroffenen Bewohner in Sicherheit, ein Bus wartete am Georg-Freundorfer-Platz auf die Evakuierten. Zusätzlich wurden einige vorübergehend in einer nahegelegenen Gaststätte untergebracht. Für die Evakuierung wurden zusätzlich Teile der Kazmairstraße bis zur U-Bahnstation Schwanthalerhöhe geräumt.

In schwerer Schutzkleidung inspizierte die Technische Sondergruppe des Bayerischen Landeskriminalamtes währenddessen das Paket und gab bald darauf Entwarnung. Die vermeintliche Bombe entpuppte sich als Attrappe. Die Sprengkörper, zu denen die Drähte aus der Uhr liefen, sahen Dynamitstangen zwar täuschend ähnlich, bestanden aber aus gewöhnlicher Kreide. Um 15.35 Uhr konnte die Straßensperrung aufgehoben werden.

Trotzdem war die Aktion alles andere als ein harmloser Streich. „Das war professionell gemacht, so dass man meinen konnte, dass es wirklich zur Sprengung kommt“, bestätigte Polizeisprecher Peter Beck. Der Tatort wurde deshalb ausführlich gesichert und Ermittlungen eingeleitet. Wer der Täter sein könnte, ist völlig offen.

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Fabian Herrmann

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