Tat könnte ein Racheakt gewesen sein

Hat die Bank 1,5 Millionen des Entführers verzockt?

München - Neue Details im Fall der entführten Bankers-Ehefrau (46) aus Ottobrunn: Nach tz-Informationen hat der Gangster seinem Opfer selbst das Motiv für die Entführung genannt!

Die Sparkasse habe 1,5 Millionen Euro seines Geldes verspekuliert, soll der Täter zur Gattin des Bank-Managers gesagt haben. Insgesamt hatte der Täter in einem Erpresserbrief rund 2,5 Millionen Euro gefordert (tz berichtete)!

Die Entführung war akribisch geplant. So wusste der Täter offenbar, dass immer am Mittwochmorgen die Putzfrau zu der Familie kommt. Diesen Umstand nutzte der Mann vor knapp zwei Wochen, um seinen Plan in die Tat umzusetzen.

Als er schließlich gegen 7.30 Uhr an der Haustür in Ottobrunn klingelte, hatte er wohl schon seine täuschend echt aussehende Softairpistole im Anschlag. Da die Mutter die Zugehfrau erwartete, bat sie ihren Sohn, die Tür zu öffnen. Mit dem Schüler hatte der Gangster allerdings nicht gerechnet. Trotzdem behielt er kühlen Kopf und befahl dem Zwölfjährigen, sich selbst mit Kabelbinder an einen Heizkörper zu fesseln.

Trotz Großfahndung der Polizei (links) konnte der etwa 40 bis 50 Jahre alte Gangster entkommen.

Anschließend zwang der Täter die Mutter in ihren silbernen Polo. Er selbst setzte sich ans Steuer und fuhr Richtung München. Obwohl die Bankers-Gattin eine verklebte Brille tragen musste, konnte sie teilweise die Fahrstrecke erkennen. Während der etwa 55-minütigen Fahrt, die auf dem Lidl-Parkplatz an der Westendstraße endete, hat der Entführer seiner Geisel offenbar das Motiv für die Tat erzählt. Auf dem Parkplatz nutzte die Bankers-Frau die Nervosität des Täters, dem das Magazin aus seiner Softairpistole gefallen war. Die 46-Jährige hob es geistesgegenwärtig auf. Der Täter flüchtete daraufhin in die nahe Bergmannstraße in eine Wohnung, die er seit mehreren Wochen zur Untermiete organisiert hatte. Während die Großfahndung der Polizei nach ihm im Westend lief, hielt sich der Entführer stundenlang in der Wohnung auf, putzte sie feinsäuberlich – und rasierte sich wohl seinen Bart ab. Am Abend übergab er dem Vater der Mieterin den Wohnungsschlüssel und tauchte unter. Trotz guter Fotos aus den Überwachungskameras konnte der Entführer bis heute nicht gefasst werden. Für Hinweise auf ihn sind 10.000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Weder Stadtsparkasse noch Polizei wollten sich am Montag zum Motiv des Entführers äußern.

JAM

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Rubriklistenbild: © Reinhard Kurzendörfer / Polizei

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