1972 fertiggestellt und marode

Abriss der Donnersbergerbrücke bis 2030? Spektakuläre Pläne für Mittleren Ring

Donnersbergerbrücke in München.
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Die Donnersbergerbrücke in München wurde zuletzt 2012 saniert.

Die Donnersbergerbrücke soll abgerissen und neu gebaut werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten. Spätestens in zehn bis 15 Jahren sollte der Baustart erfolgen.

München - Die Donnersbergerbrücke gehört zu den meistbefahrenen innerstädtischen Überführungen Europas. Mehr als 120.000 Autos passieren täglich diesen Teilabschnitt des Mittleren Rings. Das setzt dem zu den Olympischen Spielen 1972 fertiggestellten Münchner* Bauwerk zu. Daher soll die Brücke in zehn bis 15 Jahren abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das das Baureferat in Auftrag gegeben hat. Der Stadtrat befasst sich am Dienstag im Zuge des Gesamtkonzepts für die Umgestaltung der Landshuter Allee mit dem Thema.

Bekanntlich hat die grün-rote Rathaus-Koalition den geplanten Neubau des Tunnels beerdigt. Als Alternative zum Schutz der lärmgeplagten Bürger soll neben baulichen Maßnahmen an Gebäuden im Bereich der Brücke über die Dachauer Straße eine Wand an der Borstei entstehen. Der Lärmschutzwall wäre etwa 330 Meter lang und bis zu 5,50 Meter hoch. Dadurch könnte die Lärmbelastung in den oberen Geschossen der Borstei laut Stadtverwaltung um bis zu drei Dezibel und im Erdgeschoss um bis zu elf Dezibel gemindert werden. Eine Zunahme um zehn Dezibel entspricht in der menschlichen Wahrnehmung einer Verdoppelung der Lautstärke. Die Realisierung der Lärmschutzwand an der Borstei ist von Herbst 2024 bis Sommer 2025 geplant.

Teile der Brücke könnten saniert werden - doch der Gutachter empfiehlt eine andere Lösung

Aufwendiger würde sich die Errichtung von Lärmschutzwänden an der Donnersbergerbrücke gestalten. Für eine derartige zusätzliche Last sei das Bauwerk nicht ausgelegt, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Der Stadtrat hatte daher schon 2018 das Baureferat damit beauftragt, den Instandsetzungsbedarf für die Donnersbergerbrücke zu ermitteln.

Das Ergebnis des Gutachtens des Münchner Ingenieurbüros Zilch + Müller liegt nun vor. Demnach könnten Teile der Brücke im Süden und im Norden saniert werden. Doch der Hauptabschnitt über die Bahngleise sei aufgrund seines Alters und der Substanz nicht mehr „zielführend instand zu setzen“.

Der Gutachter empfiehlt daher einen Neubau. Mit dem müsste aus Sicht des Ingenieurbüros spätestens in zehn bis 15 Jahren begonnen werden. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass kurzfristig auf Standsicherheitsprobleme reagiert werden müsste. Dies wiederum könnte langfristige weitreichende Verkehrsbeeinträchtigungen auf Straße und Schiene hervorrufen, befürchtet der Gutachter. Eine Kostenschätzung für den Neubau gibt es noch nicht. Aber schon jetzt dürfte klar sein: Es wird ein Mammutprojekt.

München/Donnersbergerbrücke: Nur ein Neubau der Brücke kommt infage

Das Baureferat kommt jedenfalls aufgrund der Erkenntnisse des Gutachtens zu dem Schluss, dass nur ein Neubau der Brücke infrage kommt. Dies hätte mehrere Vorteile: Die Gesamtkonstruktion entspräche dem neuesten Stand der Technik, es wäre nur ein gebündelter Eingriff in den Verkehr durch die Bauarbeiten notwendig – und die Forderungen der Bahn, die sich an den Kosten beteiligen würde, könnten erfüllt werden. So sollen nach dem Wunsch der Bahn die Abstände von der Gleismitte zu den Stützpfeilern der Brücke vergrößert werden.

Im Zuge des Neubaus könnten dann auch Lärmschutzwände berücksichtigt werden. Um einen Baubeginn für die Donnersbergerbrücke spätestens in zehn bis 15 Jahren gewährleisten zu können, benötigt das Baureferat ab dem Jahr 2024 Planungsmittel, heißt es in der Vorlage.

Notwendig sind laut Stadtverwaltung auch sicherheitstechnische Maßnahmen am bestehenden Tunnel an der Landshuter Allee, der aus dem Jahr 1978 stammt. Die Bauarbeiten sollen 2026 beginnen. Eine Kostenschätzung liegt hier ebenfalls noch nicht vor. - *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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