Schock auf Schwanthalerhöhe

Schock auf Münchner Spielplatz: Drogen-Spritze verletzt Fünfjährigen

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Drogen-Spritzen finden sich in Großstädten vor allem in öffentlichen Parkanlagen, aber auch auf Spielplätzen. (Symbolbild)

Auf einem Spielplatz in München sticht sich ein Kind an einer Drogen-Spritze. Auf ein sicheres HIV-Testergebnis muss die Familie sechs Wochen warten.

München - Es ist der Albtraum aller Eltern: Ein Kind entdeckt beim Spielen eine gebrauchte Drogenspritze und sticht sich. Genau das ist dem fünfjährigen Sohn von Julia B. passiert – auf dem „Affenspielplatz“ am Georg-Freundorfer-Platz auf der Schwanthalerhöhe, wie Hallo München berichtet. 

Auf Spielplatz in München gestochen: Mutter alarmiert den Giftnotruf

„Den Tag werde ich niemals vergessen“, sagt die Mama. Ihr Fünfjähriger geht in den Kindergarten Rumpelpilz, und der nutzt den nahen „Affenspielplatz“ zum Spielen – so auch an diesem Tag. „Es war an einem Dienstagnachmittag im März, als der Anruf kam“, sagt die 36-Jährige. „Mein Sohn hatte die gebrauchte Spritze in einem Unterstand gefunden und wollte sie der Erzieherin bringen – da war es schon passiert.“

Zuerst rief die Mutter beim Giftnotruf an, dann fuhr sie mit ihrem Buben zum Arzt, wo ein Blutbild angefertigt wurde. „Bis jetzt sieht alles gut aus. Aber wir werden nochmals zur Nachuntersuchung müssen, denn ein endgültiges Ergebnis eines HIV-Tests beispielsweise gibt es erst nach sechs Wochen.“

Sucht-Experte hält HIV-Ansteckung für eher unwahrscheinlich

Olaf Ostermann von der Suchtberatung Condrobs beruhigt derweil: „Die Wahrscheinlichkeit, sich durch eine gebrauchte Spritze, in der das Blut bereits geronnen ist, mit dem HI-Virus anzustecken, ist als sehr gering einzustufen.“ Dem Suchtberater sei kein Fall dieser Art bekannt.

Für den Fall der Fälle rät der Experte: „Die Eltern oder Erzieher sollten die Spritze einsammeln und dann umgehend zusammen mit dem Kind zu einer Infektionsambulanz gehen. Dort kann die Spritze auf eventuelle Verunreinigungen getestet und schnellstmöglich Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.“ Außerdem sollten Eltern den Impfstatus ihrer Kinder und auch ihren eigenen auf Hepatitis B und Tetanus regelmäßig prüfen.

Schuld habe allein die Drogen-Politik der Stadt München

 „Wir sehen die Schuld nicht bei den Junkies, die gibt es nunmal“, sagt die Vorsitzende des Kindergartens Rumpelpilz, Katrin E., die meint: „Die Drogen-Politik der Stadt hat versagt.“ In anderen Städten gebe es Drogenkonsumräume und Spritzen-Automaten, in München finde lediglich eine Verlagerung der Szene statt. Wie berichtet, hatte unlängst die CSU im Rathaus einen solchen Raum beantragt. Die Verwaltung prüft noch. 

Der Spielplatz am Georg-Freundorfer-Platz: Hier stach sich ein Fünfjähriger an einer Drogen-Spritze. 

Die Eltern der Kindergarten-Kinder fordern derweil die Stadt auf, den Spielplatz häufiger zu reinigen. Laut Baureferat wird der Georg-Freundorfer-Platz zwischen März und November fünfmal pro Woche gereinigt, ansonsten zweimal wöchentlich. Und einmal in der Woche gibt es eine Kontrolle. Dabei seien bereits schon öfter Spritzen entfernt worden.

Daniela Borsutzky

In Berlin hatte sich die Nadel einer HIV-verseuchten Spritze durch den Schuh eines 5-jährigen Jungen gebohrt. Inzwischen ist der Weg frei für eine Fixerstube in München. Doch die Polizei sieht den Plan kritisch.

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