Bauprojekt macht Ärger

Arnulfsteg bleibt ein Politikum: Stadt will Baufirmen verklagen - es geht um 8,4 Millionen Euro

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Der 242 Meter lange Arnulfsteg überquert die Stammstrecke zwischen Hacker- und Donnersbergerbrücke und soll das Westend mit Neuhausen verbinden.

In etwas mehr als einem Jahr soll der Arnulfsteg in München fertig sein. Nun will die Stadt aber erst einmal Baufirmen um mehr als acht Millionen Euro verklagen.

München - Die Stadt wird wegen des Arnulfstegs Klage einreichen. Die Verwaltung will Schadensersatz von den ursprünglich beauftragten Baufirmen, einer Arbeitsgemeinschaft (Arge) Brücke Arnulfpark (BAP). Es geht um Regressforderungen von insgesamt 8,4 Millionen Euro. Bereits im Jahr 2015 hatte der Stadtrat den Bauauftrag für den 242 Meter langen gläsernen Steg über die Bahngleise vergeben.

Die Brücke soll eine direkte Verbindung zwischen dem Arnulfpark im Norden und der Schwanthalerhöhe im Süden bieten. Die mit der Ausführung beauftragte Arge kündigte jedoch die Verträge, da sie entscheidende Bauteile nicht selbst herstellen konnte. Die Verwaltung musste den Auftrag neu ausschreiben. Ehedem war bereits mit einer erheblichen Kostensteigerung von vier auf dann 22 Millionen Euro kalkuliert worden.

München: Bau des Arnulfstegs wurde teurer als geplant

Nach der Ausschreibung zeigte sich, dass die Stadt sogar 26 Millionen Euro würde ausgeben müssen. Diese Differenz zum einst mit rund 18 Millionen Euro veranschlagten Bau wird nun juristisch geltend gemacht. Der Stadtrat soll heute im Bauausschuss sein Einverständnis zu der Klage geben, das gilt aber als Formsache.

Der Arnulfsteg befindet sich seit März vorigen Jahres im Bau, eine andere Arge hatte zwischenzeitlich den Zuschlag für das Projekt erhalten. Für den Brückenschlag über insgesamt 37 Gleise sind Sperrpausen der Stammstrecke notwendig gewesen. Inzwischen erstreckt sich die Fuß- und Radwegbrücke bis zum südlichen Brückenende an der Philipp-Loewenfeld-Straße. Dort entsteht die südliche Zugangsrampe für den Arnulfsteg mit Treppenanlage und Aufzug.

München: Arnulfsteg wird voraussichtlich Ende 2020 fertig

Am nördlichen Brückenende, das sich an der Erika-Mann-Straße befindet, wird der Steg durch eine oval geschwungene Rampe erreichbar sein. Laut Stadt bekommt die neue Brücke auch einen Treppenzugang zur S-Bahnstation Donnersbergerbrücke. Die Baumaßnahmen sollen voraussichtlich bis Ende 2020 abgeschlossen sein.

Der Wunsch nach einem Lückenschluss zwischen dem Westend und Neuhausen ist ein lang gehegter. Die Pläne dazu sind beinahe so alt wie die Stammstrecke selbst. Denn wer per Rad oder zu Fuß die Bahntrasse an just jener Stelle überqueren will, ist auf die enge Hacker- oder die viel befahrene Donnersbergerbrücke angewiesen.

Der Bau des Arnulfsstegs war immer wieder mit Problemen verbunden. Zeitweise hat die Stadt München sogar über eine Alternativlösung nachgedacht. Ende 2017 ist dann die Entscheidung gefallen, das Projekt durchzuführen.

Video: 2. Stammstrecke in München: Der geplante Streckenverlauf

Sascha Karowski

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