Bars, Musik und Feierlaune 

„Die Situation ist nicht mehr auszuhalten“ – Schwanthalerstraße entwickelt sich zur Partyzone

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Oft bis spät in die Nacht: Menschen bevölkern den Gehweg vor den Kneipen und Bars an der Schwanthalerstraße.

Die Schwanthalerstraße entwickelt sich zur Partyzone: Mehrere Bars mit lauter Musik ziehen an den Abenden Hunderte Gäste an. Die Anwohner sagen, sie leiden – und beschweren sich.

München - „Es brodelt in dieser Ecke gerade“, findet Cenk Genc. Es geht um die Ecke Schwanthalerstraße/Parkstraße. Genc sitzt für die FDP im Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe und wohnt selbst nur ein paar Häuser weiter. Er und viele weitere Anwohner, so berichtet er, litten unter der neuen Partyzone auf der Schwanthalerhöhe.

Schwanthalerstraße in München: Laute Musik beschallt die ganze Straße

Aber der Reihe nach: Ein Stadtratsbeschluss aus dem Juni sah vor, an besagter Ecke Parklets zu installieren – eine Erweiterung des Bürgersteigs, die statt Parkplätzen für mehr öffentlichen Fußgängerraum sorgen soll. Schon dagegen protestierten die Anwohner und erreichten, dass es an dieser Stelle zumindest keine weiteren Sitzmöglichkeiten geben wird. Denn rund um die Einmündung gibt es eine ganze Reihe an Kneipen, Bars, Restaurants und Kiosken – Ärger wäre programmiert gewesen.

Schon jetzt klagen die Anwohner. „Es wird wirklich immer unerträglicher mit dem Lärm“, berichten sie in der Sitzung des Bezirksausschusses. Denn auch ohne Parklets säßen manchmal Hunderte Menschen bis spät in die Nacht auf der Straße. Hinzu kommt Musik aus den Bars. Sie hätten oft nur Schiebetüren, die Fenster seien weit geöffnet. Die Musik beschalle die ganze Straße – eine Bar lauter als die andere. „Die Situation“, so heißt es, „ist für die Anwohner nicht mehr auszuhalten“. Dabei unterstreicht BA-Mitglied Holger Henkel (SPD): „Das Beschallen von Freischankflächen ist grundsätzlich verboten.“

München: Party-Treffpunkt Schwanthalerstraße - es werden weitere Bars eröffnen

Schon länger schwelt der Ärger zwischen Anwohnern und der Kneipe „Schwarzer Dackel“, deshalb ist für den 23. Juli ein Treffen der Beteiligten anberaumt. Eingeladen hat die Initiative „Allparteiliches Konfliktmanagement in München“ (AKIM). Doch die Vorsitzende des Bezirksausschusses Schwanthalerhöhe, Sibylle Stöhr (Grüne), stellt klar: „Es geht nicht nur um den ,Schwarzen Dackel‘, sondern um die ganze Schwanthalerstraße.“

Denn: Der „Schwarze Dackel“ schließt unter der Woche um 23 Uhr und bittet seine Gäste meist um Rücksicht auf die Nachbarn. Das „Star Café“ direkt daneben hat dagegen bis 4 Uhr morgens geöffnet. Zusammen mit dem Feinkostservice „Esar“ und der Bar „The True Story“ steht das „Star Café“ unter besonderer Beobachtung. „Wenn aus einer Ecke des Stadtviertels so viele Rückmeldungen kommen, dann sollte man das ernst nehmen“, sagt BA-Mitglied und Stadträtin Ulrike Boesser (SPD).

Hinzu kommt, dass an derselben Ecke mit „Broy“ gerade ein weiterer Gastronomiebetrieb aufgemacht hat. Die beiden Gründer beschreiben das Konzept als „Brauerei mit Ausschank“. Dort werde Bier gebraut und im Hinterhof auch verkauft. BA-Mitglied Genc ist sich sicher: „Im nächsten oder übernächsten Monat wird der Antrag für eine weitere Freischankfläche vorliegen.“ Und damit, so befürchten die Anwohner, dürfte sich die Situation an der Ecke Schwanthaler-/Parkstraße noch weiter zuspitzen.

VINCENT SUPPÉ

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Kleine Straßenoasen sollen die Lebensqualität der Schwanthalerhöhe–Anwohner steigern, doch sie fürchten, dass die Relax-Ecken als Party-Buchten missbraucht werden und dadurch der Lärmpegel steigt. Auch im Glockenbachviertel schreckt ein geplanter Szenetreff die Nachbarn auf: „Neues Konzept bedeutet volle Party-Stimmung“.

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Kommentare

Andreas Karatassios-PeiosAntwort
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Lieber Wuschel, leider kenne ich Ihren Klarnamen nicht, und weiss auch nicht, ob Sie als professioneller Kommentare-Schreiber für eine Werbe-Agentur arbeiten, die das Image einer Schwarz-Rot-Grünen Rathaus-Koalition (Vorbild Brandenburg) oder einfach der Stadtverwaltung aufpolieren soll. Trotzdem eine Antwort: 1.) Aufwand ist Aufwand. (Alles andere ist m.E. Korrupt) 2.) Wer überhaupt auf die Listen kommt, bestimmt immer noch 'Die Partei' (Die Partei, Die Partei die hat immer Recht ... [DDR-Song pro SED] dämmert Ihnen was?) 3.) Für Ihre (die Ihrer Auftraggeber) bestimmt nicht! - Wenn, dann würde ich für den Stadtradt als freier Kandidat kandidieren, und nicht für ein 'Abnicker-Gremium' wie den BA, wo ich mir Ihre Lob-Hudeleien auf die Stadtverwaltung anhören müßte. Sorry lieber "Wuschel" (Wer sind SIE? - Und in wessen Lohn und Brot stehen SIE?)

WuschelAntwort
(0)(0)

Sie scheinen sich ja gut auszukennen.
- Die Fraktionsbeiträge werden von den jeweiligen Parteien festgelegt.
- Bei den Wahlen zum BA kann der Wähler Personen nach vorne häufeln. Die Listen-Reihenfolge kann dabei ziemlich durcheinandergewirbelt werden.

Wollen Sie 2020 für den BA kandidieren und für welche Partei?

Andreas Karatassios-PeiosAntwort
(0)(1)

Also bestimmt die Stadt sozusagen per 'Ordre de Mufti' wieviel die 'Büttel' der Fraktionen in die jeweilige Fraktionskasse zahlen 'dürfen'? Die 'Hinweise zu den Entschädigungsregelungen für kommunale Ehrenämter AllMBl. 2001 S. 3' verweisen auf die 'zu erlassende' kommunale Satzung. Da wundert einen dann gar nichts mehr, wenn auch noch über Fraktions-Listen die 'Richtigen' in den BA gewählt werden. Lokale Demokratie auf Stadt-Bezirks-Ebene - Nein Danke! - Oder was denken Sie persönlich darüber?