Grundschule in direkter Nähe

Münchens gefährlichster Zebrastreifen: Eltern fürchten um ihre Kinder

Ungewohnte Gefahrenstelle: Der neue Zebrastreifen gilt nicht für Radler auf dem von der Straße getrennt laufenden Radweg. Klaus Helmgens (li.) sieht darin ein großes Unfallrisiko. Selbst mit Schulweghelfer.
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Ungewohnte Gefahrenstelle: Der neue Zebrastreifen gilt nicht für Radler auf dem vo n der Straße getrennt laufenden Radweg. Klaus Helmgens (li.) sieht darin ein großes Unfallrisiko. Selbst mit Schulweghelfer.

Für Kopfschütteln und Angst sorgt ein neuer Zebrastreifen an der Ecke Westend-/ Trappentreustraße. Eltern und Direktorin der dortigen Grundschule fürchten um die Sicherheit der Kinder.

München - Links schauen, rechts schauen, links schauen – dann über die Straße gehen. Oder einfach bloß den Kopf schütteln und stehenbleiben – jedenfalls an der Ecke Westend- und Trappentreustraße. Dort gibt’s nämlich einen neu gestalteten Zebrastreifen. Und seitdem fürchten Eltern und Direktorin der dortigen Grundschule um die Sicherheit der Kinder. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) will die Situation nochmals auf den Prüfstand stellen.

„Morgens kommt es hier regelmäßig zu brenzligen Situationen – und seit dem Umbau des Zebrastreifens ist es noch viel gefährlicher geworden“, ärgert sich Klaus Helmgens, stellvertretender Elternbeiratsvorsitzender der Guldeinschule. Bei dem Umbau, der kürzlich freigegeben wurde, entstanden der neue Fußgängerüberweg, der Fuß- und Radverkehr getrennt führt, sowie ein Zweirichtungsradwege an der Trappentreustraße. Dafür hatte sich auch der Bezirksausschusses Schwanthalerhöhe (BA 8) ausgesprochen.

Zebrastreifen-Markierung führt nicht über den Radweg

Extrem gefährlich ist es nach Ansicht der besorgten Eltern nun jedoch, dass die Zebrastreifen-Markierung nicht über den Radweg führt. Damit dürfen Radler jetzt sogar in beide Richtungen ungebremst weiterfahren, auch wenn Fußgänger am Zebrastreifen queren wollen. „Das ist untragbar. Das geht gar nicht“, moniert Helmgens.

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Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) erklärt auf Anfrage: „An der beschriebenen Örtlichkeit wurde eine Aufstellfläche geschaffen, bei der die querenden Fußgänger/Schulkinder warten können und sollen, bevor sie den Radweg queren. Vorher gab es diese Aufstellfläche nicht.“

Nach Angaben des Elternsprechers hat die zuständige Polizeiinspektion klargestellt, dass der Radweg rechtlich als Teil des Gehweges zähle und daher der Zebrastreifen hier nicht gelten könne. Der Elternbeirat jedoch fordert, dass die Zebrastreifen-Markierung erweitert und dessen Geltung für Radler mit Polizeikontrollen durchgesetzt werde soll. Alternativ hält Helmgens eine eigene Radler-Ampel für denkbar. Er wolle sich zudem an die Staatsanwaltschaft wenden, die auf „unterlassene Sorgfaltspflicht“ prüfen solle.

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„Mit gesundem Menschenverstand nicht einzusehen“

„Mit gesundem Menschenverstand ist nicht einzusehen, warum man den Kindern hier nicht die Vorfahrt gibt“, pflichtet Schulleiterin Heike Stark bei, die darauf hofft, dass sich am Überweg „noch was tut“.

Das KVR schließt dies nicht aus und erklärt: „Wir müssen uns zunächst ein Bild vom tatsächlichen Geschehen vor Ort machen, um beurteilen zu können, ob und welche Maßnahmen zu treffen sind, um die Situation möglicherweise weiter zu verbessern. Die Erfahrung zeigt, dass manchmal ein gewisser Eingewöhnungszeitraum nötig ist, bis eine neue Verkehrssituation zu einem veränderten Verhalten führt.“ Die Schul-Familie hofft, dass es bis dahin nicht zu schweren Unfällen kommt.

Beatrix Köber

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