Hier ist die Stadt radlos

Münchner Problemstellen für Fahrradfahrer: Hier ist es besonders schlimm

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Zu Beginn von der Lindwurmstraße kommend gibt es an der Herzog-Heinrich-Straße eine markierte Strecke für Radler, die dann abrupt endet.

München eine Fahrrad-Hauptstadt? Bis dieser Zustand eintritt, gibt es für die Stadtplaner noch allerhand zu tun. Hier zwei nervenaufreibende Problemfälle aus dem Westen der Landeshauptstadt.

München will bekanntermaßen Radl-Hauptstadt sein oder wenigstens werden. Eine Kampagne möchte das Radfahren in der City attraktiver machen. Zwei Fälle zeigen aber, dass es noch ziemlich provinziell zugehen kann - und Radeln mancherorts keine Freude macht... Fall eins: Die Herzog-Heinrich-Straße nahe der Theresienwiese. Fall zwei: Der Radweg Hauptbahnhof Pasing.

Problemstelle 1: Herzog-Heinrich-Straße

Wer in der Innenstadt mit dem Drahtesel von der Lindwurmstraße in die Herzog-Heinrich-Straße abbiegt, kommt sich seit Kurzem vor wie beim Radl-Roulette: Mal gibt’s einen Radlweg, mal nicht. Mal ist’s brenzlig, mal vorbildlich gesichert: 

Von der Kreuzung Lindwurmstraße zur Herzog-Heinrich-Straße ist ein Radweg eingezeichnet. Die gestrichelte, weiße Linie hört kurz darauf wieder auf, hier sind Parkplätze. Wenige Meter vor der Mozartstraße geht der gekennzeichnete Radweg weiter - um wiederum ein paar Meter später erneut zu verschwinden. Sie ahnen es: Links steht ein Parkautomat. Perfekt markiert ist der Radweg dann wiederum vor und am Kaiser-Ludwig-Platz. Wer danach weiter Richtung Pettenkoferstraße radelt, muss sich wieder neben die Autos einreihen. 

Im Oktober war die Herzog-Heinrich-Straße gesperrt worden, um die vereinzelten Radfahrstreifen herzustellen. Dafür gebe es einen Beschluss des Kreisverwaltungsreferats, heißt es bei der Stadt. Für Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher gleicht die neue Lage einer Salamitaktik. „Es ist ein erster Schritt, dass der Kaiser-Ludwig-Platz sicherer ist. Noch aber gibt es hier viele Stellplätze für Autos.“ Außer zur Wiesn sieht Bickelbacher den Parkdruck aber nicht so hoch. „Deshalb sollte in einem zweiten Schritt auf sie 

Problemstelle 2: Radweg Hauptbahnhof - Pasing

Wolf Gaudlitz (63) ärgert sich, dass der Teerbelag wieder entfernt wurde.

Wolf Gaudlitz (63) radelt oft von Pasing zum Hauptbahnhof. 20 Minuten braucht er auf der neuen, insgesamt acht Kilometer langen Radlstammstrecke neben den Gleisen. Doch jetzt ärgert sich der Regisseur gewaltig: Auf einem etwa 1,5 Kilometer langen, erst 2016 geteerten Abschnitt zwischen Hirschgarten und Margarete-Danzi-Straße wurde der Asphalt wieder entfernt. Ergebnis: Schotterpiste! Und damit nicht genug: Die Strecke wird ab Januar komplett gesperrt - für mehrere Jahre. Grund sind die Bauarbeiten für die zweite Stammstrecke. „Das ist doch ein Irrsinn“, schimpft Gaudlitz. „Jetzt müssen alle wieder über viel befahrene Straßen und durch Wohngebiete!“ Zehn Minuten braucht er jetzt länger. „Das Sicherheitsrisiko ist aber viel schlimmer. Da macht Radeln keinen Spaß mehr!“ 

Die Stadt wehrt sich: So sei die Lage auch bis 2016 gewesen, als die Bahn die Strecke noch als Baustraße genutzt hatte. „Schon damals stand fest, dass der Abschnitt mit dem Baubeginn für die zweite Stammstrecke zurückgebaut und an die DB zurückgegeben werden muss.“ Wird der Teilabschnitt ab 5. Januar gesperrt, könnten Radler und Fußgänger über den Christoph-Rapparini-Bogen ausweichen.

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