Nachfolge von Wiggerl Hagn

Gerangel ums Löwenbräu: Wer kriegt das Zelt auf dem Oktoberfest?

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Das Löwenbräuzelt mit seinen 8500 Sitzplätzen ist heiß begehrt und wird seit 40 Jahren von Wiggerl Hagn betrieben.

Nach dem unfreiwilligen Rückzug von Wiesnwirt Wiggerl Hagn ist ein Streit um die Nachfolge entbrannt. Wer bekommt das Löwenbräuzelt auf dem Oktoberfest? 

Update vom 10. April 2019: Das Gerangel um das Löwenbräuzelt auf dem Oktoberfest scheint zu Ende. Nun wird bekannt, dass Stephanie Spendler ihrem Vater Wiggerl Hagn nachfolgen und Wirtin im Löwenbräuzelt werden soll.

München - Gut sechs Monate noch – dann steigt die nächste Wiesn! Stellt sich eine Frage: Wer wird dann der Chef im Löwenbräuzelt sein? Das würde auch Wiggerl Hagn (79) gerne wissen. „Ich hoffe, meine Familie. Aber ich habe wegen der Umsatz-Sache von der Stadt noch immer keine Info oder irgendeine Benachrichtigung bekommen“, sagt der Wiesnwirt. Lästig – denn die Gäste-Reservierungen fürs Oktoberfest laufen schon seit Februar. Zudem ist die Personalplanung in vollem Gange. Obwohl Hagn nicht einmal weiß, wer im September das Zelt regiert.

Die „Umsatz-Sache“ hängt dem Wiesnwirt weiter nach

Fakt ist: Die Gegen-Bewerber lauern schon. Wie berichtet, hat der dienstälteste Wiesnwirt – allein 40 Jahre im Löwenbräuzelt – Ärger mit der Stadt, weil er rund zwei Millionen Euro an Umsatz (es geht unter anderem um das Bedienungsgeld) nicht angegeben haben soll. „Ein unabsichtlicher Fehler“, wie Hagn betont. Er zahlte sofort nach.

Die „Umsatz-Sache“ hängt dem Wiesnwirt weiter nach. Dabei hatte sich der beliebte Gastronom in all den Jahren auf dem Oktoberfest nie etwas zu Schulden kommen lassen. „Dass ich plötzlich als Betrüger bezeichnet werde – das tut weh“, schimpfte der 79-Jährige und machte Schluss. Nach dem Rückzug des Alten schlug die Brauerei seine Tochter Stephanie Spendler und deren Sohn Lukas (22) als Wirte des Löwenbräuzelts vor. Aber was ist nun mit der Umsatz-Nachrechnung?

Edi Reinbold vom Schützenzelt ist in Lauerstellung

Bei der Stadt heißt es: Die Prüfungen seien noch nicht abgeschlossen „Wir warten halt weiter“, so Wiggerl Hagn. Die Wiesn werde aber normal organisiert. Insider wissen: Edi Reinbold (76), Wirt des Schützenzelts (insgesamt knapp 5400 Sitzplätze), hätte auch gern das Löwenbräuzelt (8500 Sitzplätze) – für seinen Sohn Ludwig. Laut Informationen unserer Zeitung soll er bei der Brauerei klar gemacht haben, dass er mit einem Zuschlag rechne, wenn Wiggerl Hagn beziehungsweise seine Tochter Stephanie kein grünes Licht bekämen. Wiggerl Hagn sieht’s gelassen: „Dass so mancher an diesem großen Zelt interessiert ist, ist ja klar.“

Dennoch spricht viel dafür, dass Stephanie Spendler gemeinsam mit ihrem Sohn das Zelt übernehmen wird. Warum? Sie ist seit Jahren im Geschäft, war immer zuverlässig – und zudem gibt es einige im Stadtgremium, die die Familie Hagn-Spendler keinesfalls von der Wiesn werfen wollen.

Lesen Sie auch: Nach Riesen-Wirbel um Wiesn-Abrechnungen: Handelt jetzt Münchens OB

AGE/LAY

Der Fall Wiggerl Hagn (79) ist abgeschlossen, Tochter Stephanie Spendler (52) soll das Löwenbräuzelt übernehmen. Aber beim neuen Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner ist der Ärger noch nicht ganz verraucht.

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