Pop-up-Store im Westend

Hier dreht sich alles um die Bohne

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Freunde der Bohne: Michi Beck (re.) stellt seinen eigenen Kakao her, Jason Fisher (li.) und Wolf Hampich bereiten Gerichte mit Hülsenfrüchten zu. Zusammen haben die drei Männer im Westend einen Laden eröffnet.

München - Ob Kakao oder Eintopf: Drei musikalische Freunde haben im Westend einen kleinen Laden eröffnet, in dem sich alles um das Eine dreht.

Michi Beck ist erstaunt. Dass die Kunden das Konzept so auffassen würden, hatte er nicht vorhergesehen. „Niemand würde sich zum Schnitzel einen Cappuccino bestellen“, sagt der 51-Jährige. „Aber bei uns essen die Leute mittags ein Linsengericht und trinken dann tatsächlich einen Kakao dazu.“

In seinem nur rund 15 Quadratmeter großen Laden im Westend dreht sich alles um die Bohne – eben vom Kakao bis zum Eintopf. Beck stellt seit etwas mehr als zehn Jahren seinen eigenen Kakao her. Unter dem Markennamen „beckscocoa“ vertreibt er seine fair gehandelten Produkte in ausgewählten Feinkostläden, Cafés und Supermärkten. Bis 2014 betrieb Beck das Café Cocoa an der Kazmairstraße im Westend. Der neue Laden, ein sogenannter Pop-up-Store, der nur für einige Monate bleibt, liegt gleich um die Ecke an der Schwanthalerstraße. Im Sommer zieht dort wieder eine Eisdiele ein.

Beck ist nicht nur Kakao-, sondern auch Musikliebhaber. Beim Bluestanzen lernte der Münchner Wolf Hampich (37) kennen, der als DJ die passende Musik zur Veranstaltung beisteuerte. Hampich wiederum hat sich mit einem Foodtruck selbstständig gemacht, dem „Beanwagon“, zu deutsch „Bohnenwagen“. Er und sein Kompagnon Jason Fisher bereiten als „Bean Brothers“ vegane und vegetarische Gerichte aus Hülsenfrüchten zu: Kichererbsen, Bohnen und Linsen sind die bevorzugten Lebensmittel für ihre „Dals“ nach indischem Vorbild. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis die drei Männer, die alle auf ihre Art Bohnenfreunde sind, sich zusammentun. Ihr gemeinsamer Laden, der bis Ende Februar geöffnet hat, ist eine Art Experiment: Wenn die Heißgetränke und Gerichte gut ankommen, wollen die Betreiber schon bald dauerhaft mit einem großen Laden in der Gastronomie Fuß fassen.

„Bohnen haben nicht den besten Ruf bei uns in Deutschland“, sagt Michi Beck. „Dabei können sie richtig zubereitet super schmecken. Vor allem sättigen sie lange Zeit, ohne schwer im Magen zu liegen.“ Die richtige, schmackhafte Zubereitung der Dals hat sich der Amerikaner Jason Fisher bei indischen Hausfrauen abgeschaut. „In Chicago hatte ich viele indische Freunde. Jeder Haushalt dort hat seine eigenen Rezepte“, erzählt er. Die Dals werden meistens ohne Fleisch zubereitet, dafür aber mit vielen Gewürzen. „Da gibt es so viele Geschmäcker und Aromen zu entdecken. Ich war gleich verliebt in diese Vielfalt.“

Im Laden werden derzeit vier Gerichte angeboten. Der Gast darf sich zwei der Dals aussuchen, dazu wird Reis serviert (6,90 Euro). Immer im Angebot: „Bollywood Zinger“ – Kichererbsen mit Tamarinde und karamellisierten Zwiebeln. Oder „Dark Star“: Kidneybohnen „in einem Meer“ aus Belugalinsen, Tomaten, Ingwer und Koriander. Die veganen Gerichte gibt es auch im 380-Gramm-Glas zu kaufen (4,90 Euro).

Der dazu passende Kakao zeigt sich in einer großen Vielfalt: 16 verschiedene Sorten gibt es im Laden zu probieren (die Tasse 3,90 Euro). „A Chockwork orange“ ist kräftiger dunkler Kakao mit Orangenaroma und einem Hauch Ingwer, „White Wedding“ kommt mit weißer Schokolade, Vanille und Kokosnuss daher.

Was für eine Mischung!

Der Bohnen-Laden von „Becks Cocoa“ und „The Bean Bros.“ an der Schwanthalerstraße 131 hat Dienstag bis Sonntag von 11 bis 20 Uhr geöffnet.

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