Auto fährt in Menschenmenge in Helsinki: Ein Toter

Auto fährt in Menschenmenge in Helsinki: Ein Toter

tz fragt Demonstranten

Post-Streik: Darum treten wir in den Ausstand!

+
Rund 200 Post-Mitarbeiter demonstrierten am Donnerstag an der Arnulfstraße.

München - Bundesweiter Post-Streik seit Anfang der Woche: Am Donnerstag demonstrierten mehr als 200 Mitarbeiter in München. Die tz fragte sie, was sie ihrem Arbeitgeber zu sagen haben.

Wir wollen keine Billig-Arbeiter in Tochtergesellschaften! Gestern Vormittag gingen mehr als 200 Postmitarbeiter vor dem Briefzentrum in der Arnulfstraße auf die Straße. Sie protestierten unter anderem gegen die 49 ausgelagerten Regionalgesellschaften der Post. In ihnen werden die Beschäftigten schlechter bezahlt. „Der Wahnsinn muss ein Ende haben“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Markus Rinderspacher, der auch bei der Demo war. Seit Anfang der Woche streiken die Postmitarbeiter bundesweit. Zuerst traten nur die Angestellten in den Verteilerzentren in den Ausstand - seit Mittwoch sind auch die Paketfahrer dabei. In München sind gerade rund 500 Beschäftigte im Ausstand, sagt die stellvertretende Verdi-Geschäftsführerin für München und Region, Claudia Weber. „Jeden Tag nehmen wir mehr Bereiche dazu.“ Die Folge, so Weber: „In den Briefzentren stapelt sich schon die Post.“ So richtig schlimm wird es wohl, wenn auch die Postboten streiken. Und das könnte schon bald sein. Nächste Woche werden sie dazu gerufen, schätzt Claudia Weber. Überprüfen, ob ihre Sendung vom Streik betroffen ist, können Kunden auf den Webseiten der Post und DHL anhand der Postleitzahlen von Sender und Empfänger. Die tz hörte sich bei den Streikenden um und fragte, was sie der Post zu sagen haben.

Der Logistiker

Gottfried Schoedl

Die Post soll endlich einen sozialen Weg gehen! Die meisten Vollzeitarbeitsplätze verschwinden - und von 20 Stunden Arbeit kann keiner leben. In den Untergesellschaften verdienen die Arbeiter auch 20 bis 30 Prozent weniger Lohn. Gottfried Schoedl (48), Express-Logistiker, Freising

Der Verteiler

Tuncay Sarica

Ich hätte gerne endlich einen festen Vertrag. Seit einem Jahr arbeite ich jetzt hier: Mein aktueller Vertrag geht wieder nur bis Ende des Monats. Da kann ich  nichts planen. Tuncay Sarica (25), Post-Sortierer, München

Die Paketbotin

Elfriede Egner.

Ich habe Angst, dass immer mehr bei uns in private Hände gerät. Besonders die Kollegen, die immer befristete Verträge bekommen, tun mir leid. Sichere Arbeitsplätze würde ich mir wünschen! Und eine angemessene Bezahlung für alle. Persönlich stört es mich, dass ich nicht auf Vollzeit aufstocken darf. Die Post ist da unflexibel! Elfriede Egner (54), Zustellerin für Geschäftspost, München

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

31-Jähriger am ZOB niedergestochen: Neue Details
31-Jähriger am ZOB niedergestochen: Neue Details
Dieser Mann soll einen Busfahrer in München bespuckt und geschlagen haben
Dieser Mann soll einen Busfahrer in München bespuckt und geschlagen haben
Die Stadt der Zuagroasten: Was Neu-Münchner anzieht
Die Stadt der Zuagroasten: Was Neu-Münchner anzieht

Kommentare