30.000 Euro Schaden

Brezen zu hart: Mann wütet im Augustiner-Keller

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Zerschlagene Tische, abgetretene Beine: Die Schreiner hatten am Montag viel Arbeit.

München - Ein komplett demolierter Gastraum, völliges Chaos, 30.000 Euro Schaden. Und mittendrin: ein Regensburger (36), der offenbar komplett neben der Spur war, als er in der Gaststätte randalierte.

Zuerst dachte Patrik Heutz, es sei nur irgend etwas heruntergefallen. Doch als einer der sechs Geschäftsführer des Augustiner-Kellers an der Arnulfstraße das Gewölbe betreten hatte, sah er das komplette Ausmaß des Chaos: „Überall lagen Scherben, die Bänke waren umgeworfen“, berichtet der 26-Jährige. „Und mittendrin stand ein Mann.“ Wie die Polizei später mitteilt, ist der Mann 36 Jahre alt und wohnt in Regensburg. Er zerstörte im alten Lagerkeller das Mobiliar und warf sämtliche Gläser und Krüge aus den Regalen auf den Boden. Der Schaden liegt mindestens bei 30.000 Euro. Der Grund für die Randale: Angeblich waren ihm die Brezen zu hart.

Am frühen Sonntagabend gegen 17.50 Uhr war im alten Lagerkeller, der im Winter und bei schlechtem Wetter auch als Gaststätte dient, nicht viel los. Deshalb war der 36-Jährige alleine im Keller. Keinem fiel zunächst auf, dass der Mann dort wütete. „Ich habe hier ja schon viel erlebt, aber das ist mein negatives Highlight“, sagt Heutz, der seit etwa einem Jahr im Augustiner-Keller arbeitet. „Die Holztische und Bänke sind wirklich massiv, aber der Mann hat sie zerlegt wie nichts“, berichtet Heutz. Bei einigen Tischen trat der 36-Jährige die Tischbeine aus der Verankerung. Schaumstoff, das als Dämmmaterial unter den Holztischen angebracht war, verteilte der Regensburger im gesamten Schankraum. Anschließend zerstörte er unter anderem einen Computermonitor, das Telefon, einen WLAN-Router und sämtliche Büro-utensilien. Das Material warf er um sich und verstreute es im Gang. Dann griff sich der Mann den Feuerlöscher, der an der Wand befestigt war, riss ihn aus der Halterung und verteilte den Inhalt im Gastraum sowie vor der Küche und den Toiletten.

„Als zwei Kollegen und ich in den Keller kamen, warf der Mann Masskrüge nach uns“, berichtet Heutz. „Wir konnten ja nicht wissen, ob er eine Waffe dabei hat.“ Deshalb verständigten die Mitarbeiter sofort die Polizei und versuchten, den Randalierer im Zaum zu halten. Heutz schloss schnell den Keller mit den Kohlensäure-Flaschen ab. „Wenn er die gefunden hätte, wäre der Augustiner heute wohl nicht mehr hier.“

Die Polizei konnte den 36-Jährigen schnell überwältigen. Er wurde von Ärzten untersucht und in die Psychiatrie gebracht. Er hatte wohl am Sonntag Psychopharmaka genommen und war leicht betrunken.

Stefanie Wegele 

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