Reizgas und Elektroschocker

Ein Feuerwehrler hat mich überfallen

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Opfer Robert P. wurde vom Angeklagten Thomas P. (kl. Bild) angegriffen

München - Der Verkauf eines gebrauchten Tablet-Computers wurde für Robert P. (33) zum Horror: Denn der Kunde, ein Beamter bei der Münchner Berufsfeuerwehr, wurde plötzlich brutal!

Nachdem ihn der Aufzug-Servicetechniker in seine Wohnung in der Gollierstraße (Schwanthalerhöhe) gelassen hatte, sprühte der Täter Reizgas und zückte einen Elektroschocker! Am Donnerstag musste der Räuber auf der Anklagebank des Landgerichts Platz nehmen.

Thomas P. war schon am Mittag des 14. Juli 2012 dagewesen, hatte sich das Tablet für 420 Euro angesehen. „Am Abend klingelte er wieder“, erinnert sich Robert P. „Zwei bis drei Stunden haben wir geredet.“ Gegen 23 Uhr wollte der Verkäufer endlich zum Abschluss kommen: „Es ist schon spät“, sagte er noch. Dann fiel fiel Thomas P. über den auf der Couch sitzenden Wohnungsinhaber her.

Nach der Reizgas-Attacke versuchte Robert P. verzweifelt, den Täter zu überwältigen: „Ich hörte nur das Zischen, sehen konnte ich kaum noch was.“ Trotzdem gelang es Robert P., den 47-Jährigen zur Wohnungstür zu drängen. Der Zeuge weiter: „Er hatte plötzlich einen Elektroschocker in der Hand. Als ich die Funken sah, konnte ich ihm das Gerät zum Glück noch aus der Hand reißen.“ Dann blieb Thomas P. auf einmal an der Tür stehen. Der Zeuge: „Er hat mich ruhig um seine Tabletten gebeten, die er im meiner Wohnung verloren hatte.“ Robert P. warf ihm daraufhin alles hinterher – auch den Elektroschocker.

Vor Gericht stand gestern ein schwerkranker Mann, dem Psychiater Prof. Norbert Nedopil eine fortschreitende Hirnschädigung attestierte. Als Feuerwehrmann und Rettungssanitäter hatte Thomas P. schon bei seiner Tat nicht mehr arbeiten können. Auto fahren darf er allerdings noch, wovor Nedopil warnte. Doch das KVR sei bereits informiert, beruhigte Staatsanwalt Stephan Necknig.

„Mein Mandant ist ein bedauernswerter Mensch“, sagte Verteidiger Steffen Ufer, der eine Bewährungsstrafe von unter einem Jahr forderte. Das Urteil: Neun Monate mit Bewährung! Richter Anton Winkler riet dem Verurteilten dringend, sich unter Betreuung stellen zu lassen.

Eberhard Unfried

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