Schwanthalerhöhe

Dieser Würfel wird direkt neben der Wiesn entstehen

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So soll die Zukunft an der Schwanthalerhöhe aussehen.

Quadratisch, praktisch – und bald auch schön? Wir sehen das Hacker-Pschorr-Bräuhaus an der Schwanthalerhöhe. Das Gebäude, das die meisten Nachbarn nur als greisligen Klotz empfinden, kommt bald weg.

München - Die Bayerische Hausbau ersetzt es zwar wieder durch ein komplett rechtwinkliges Ensemble, also Würfel für Würfel. Aber: Diesmal wird’s filigraner. Zusammen mit dem Einkaufsquartier, das die HBB nebenan plant, entsteht das Forum Schwanthalerhöhe.

Das Gebäude der Hausbau soll ein moderner Bürokomplex mit Fitnesscenter und Gastronomie werden. Ernst wird’s heuer im Herbst: Dann beginnt der Abriss des 1972 errichteten, festungsartigen Bräuhauses mit den auffälligen, breiten Fensterfronten. Seit dem letzten Oktoberfest ist hier Zwischennutzung angesagt – Bussi Bussi Bavaria mit Parties und Kultur-Events. Dahinter steht Franz Rauch, bekannt aus dem P1.

Der Baubeginn ist für Frühjahr 2019 angesetzt, 2021 werden die Mieter einziehen.

Der bisherige Komplex neben der Wiesn.

Begonnen hat der Niedergang des Bräuhauses mit der Schließung der XXXLutz-Filiale nebenan. Dort wird inzwischen bereits heftig gebaut. Hier entsteht das Einkaufs- und Nahversorgungszentrum. Die Kunden der Bierwirtschaft waren immer mehr ausgeblieben, der große Saal bot nicht selten einen öden und verwaisten Anblick. Im vergangenen März war dann Ende. Das war denn auch der Schlussstrich unter der Geschichte des Areals als wichtiger Teil der Bierhauptstadt München.

Klaus Rehklau, Ex-Chef des Pschorr-Bräuhauses

Die Würfel-Ära hier direkt neben der Wiesn hatte in den 70er-Jahren begonnen. Die früheren Gebäude und ihre großen Biergärten wurden rigoros plattgemacht. Eine „Bürgerinitiative Schwanthalerhöh‘“ demonstrierte per Trauerzug – vergeblich. Architekt Ernst Maria Lang, als Karikaturist ein Mann der feinen Feder, hatte die Hochhäuser ohne Rücksicht auf die umgebende Bebauung entworfen. Für das Bräuhaus zeichnete Rolf Schütze verantwortlich, von dem man auch die Olympia-Eishalle kennt. Was die aktuellen Neubaupläne angeht, sagt Sibylle Stöhr (Grüne), Chefin des Bezirksausschusses Schwanthalerhöhe: „An dem Eck Theresienhöhe/Gollierstraße kann es nur noch besser werden…“

Der Entwurf für die Zukunft stammt vom Münchner Architekturbüro Allmann Sattler Wappner. Ein elegantes, offenes Gebäude soll den Betonklotz ersetzen. Die Fassaden sind streng gegliedert, dazu gibt’s terrassierte Abstufungen. Die Stadtgestaltungskommission gab einstimmig Grünes Licht, nun liegt der Antrag auf Vorbescheid der Lokalbaukommission vor.

Lesen Sie auch: Westend 2017: Das „Forum Schwanthalerhöhe“ wird aufpoliert

Albert Meisl

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