Polizei erstellt für die tz Top-Ten-Listen der Unfallschwerpunkte

Das sind Münchens gefährlichste Straßen

+
Die Landsberger Straße ist ein Unfallschwerpunkt in München.

Vorsicht, wenn Sie das nächste Mal auf der Landsberger Straße unterwegs sind: Sie ist die gefährlichste Unfall-Straße Münchens.

Im vergangenen Jahr krachte es auf den rund sieben Kilometern zwischen Schwanthalerhöhe und Pasinger Marienplatz genau 407 Mal. Bei den Unfällen verletzten sich 216 Personen, zwei Menschen starben. Vorsicht auch auf der Leopoldstraße: Hier zählte die Münchner Verkehrspolizei 334 Unfälle mit 139 Verletzen. Insgesamt verloren im Jahr 2007 auf den zehn gefährlichsten Straßen (siehe Tabelle) fünf Menschen ihr Leben – das sind rund ein Fünftel aller Verkehrstoten im Münchner Stadtgebiet.

Die gefährlichsten Straßenzüge Münchens. (Bild in größerer Darstellung)

Neu in der Rangliste der gefährlichsten Straßen Münchens, die die Polizei jetzt für die tz zusammenstellte, ist die Prinzregentenstraße: Dort ereigneten sich im vergangenen Jahr 123 Unfälle mit 54 Verletzen. Nicht mehr unter den Top Ten ist dagegen die Lerchenauer Straße, die in den Jahren zuvor den 10. Platz belegte.

Insgesamt passierten im Jahr 2007 knapp 50 000 Verkehrsunfälle in München und im Landkreis. Sorge bereiten der Münchner Verkehrspolizei besonders die vielen Menschen, die jedes Jahr im Straßenverkehr ihr Leben verlieren. 35 Menschen starben im vergangenen Jahr – 24 von ihnen allein im Stadtgebiet. Unter den Getöteten waren 16 Fußgänger und sieben Radfahrer. Häufigster Unfallgrund: Viele Passanten und Radler hielten sich im toten Winkel von Lastwagen auf, wo sie vom Fahrer nicht gesehen werden können.

Die gefährlichsten Kreuzungen Münchens. (Bild in größerer Darstellung)

Das Verkehrsgeschehen in München überwachen derzeit 187 Videokameras, die ihre Bilder in die Verkehrszentrale im Polizeipräsidium senden. Den Kameras entgeht kein Stau, kein Unfall, keinAmpelausfall. Im Jahr 1958, dem Gründungsjahr der Verkehrszentrale, war das ganz anders: Eine einzige Kamera am Stachus lieferte damals bewegte Bilder an die „Stachus-Zentrale“ von Polizei und Kreisverwaltungsreferat. Genau 158431 Kfz waren zugelassen. Die Polizei zählte vor 50 Jahren 23 332 Unfälle. Heute liegt die Zahl der zugelassenen Autos bei rund 811 000 – die Zahl der Unfälle hat sich hingegen „nur“ verdoppelt.

Jam

Experten: Das muss sich ändern

Der Verkehr in München ist sicher – könnte aber noch sicherer sein. Das fordern Experten:

Gefährliche Kreuzungen:Beispiel Dachauer Straße stadtauswärts. Radler, die geradeaus auf den Leonrodplatz wollen, müssen erst rechts in die Schwere-Reiter-Straße, um die Furt zu erreichen, die über die Straße führt. Erst dann tauchen die Radler wieder an der Seite der Autofahrer auf – urplötzlich. „Sicherer wäre es, die Radfahrer ohne Umweg geradeaus zu leiten“, sagt Christoph Zindel-Kostelecky, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs in München (ADFC).

Linksabbieger-Problem:Beispiel Dachauer-/Lazarettstraße. Weil sie hier nicht queren können, biegen Radler schon an der Lothstraße links ab und fahren bis zur Lazarettstraße auf der falschen Seite.

Zwei-Richtungs-Radwege:„Schwierig wird es, wenn der Weg endet“, sagt Zindel-Kostelecky. Von den Radlern, die eigentlich auf der „falschen“ Straßenseite fahren, wechseln nur wenige die Seite. „Die meisten fahren in die falsche Richtung weiter.“

Grüne Welle:„Mobil in München“ fordert, die grüne Welle so zu schalten, dass sie nicht zusammenbricht, sobald der Verkehr zunimmt. Die Stadt arbeitet daran: Auf dem Frankfurter Ring wird zwischen Landshuter Allee und Oberhofer Platz die dynamische grüne Welle getestet. Kontakte im Asphalt verraten den acht Ampeln, wie viele Autos sich aus welcher Richtung nähern. Jede Ampel „weiß“ also genau, wie lange sie Grün zeigen muss, damit möglichst viele Autos durchkommen.

Blitzer:„Verkehrsgefährdend“ nennt Michael Haberland, Vorsitzender von „Mobil in München“ den Starenkasten am McGraw-Graben. „Die Menschen kommen von der Autobahn, sehen die Radarfalle, erschrecken und treten in die Eisen.“ Er prophezeit: „Hier wird es noch öfter krachen.“

Senioren:Immer mehr ältere Kraftfahrer sind unterwegs, auch in München. Deshalb bieten Polizei, ADAC, Tüv und Verkehrswacht vermehrt Beratungskurse an.

Parksuchverkehr:Für „Mobil in München“ ein Sicherheitsrisiko. Mehr unterirdische Anwohnerparkplätze würden den Verkehr entzerren und sicherer machen.

fla.

Quelle: tz

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Junge Frauen lassen sich nachts heimlich bei Kaufland einsperren - und filmen sich
Junge Frauen lassen sich nachts heimlich bei Kaufland einsperren - und filmen sich
Spur des Schreckens: Jugendliche ziehen nachts durch Stadt und legen Brände - Feuerwehr verhindert Schlimmeres
Spur des Schreckens: Jugendliche ziehen nachts durch Stadt und legen Brände - Feuerwehr verhindert Schlimmeres
Zwei mal landeten Autos in U-Bahn-Abgang: Jetzt reagiert die Stadt
Zwei mal landeten Autos in U-Bahn-Abgang: Jetzt reagiert die Stadt
Bombendrohung gegen Gericht in München: 40 Beamte im Einsatz - Polizei gibt später Entwarnung
Bombendrohung gegen Gericht in München: 40 Beamte im Einsatz - Polizei gibt später Entwarnung

Kommentare