Täter vom Heimeranplatz

U-Bahn-Treter sind erst 15 und 18 – zwei sind wieder frei

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Die U-Bahn-Treter vom Heimeranplatz sind gefasst.

München - Die U-Bahn-Treter vom Heimeranplatz sind gefasst: Es handelt sich um einen 15-Jährigen und zwei 18-Jährige. Alle sind polizeibekannt.

Knapp drei Wochen nach dem Raubüberfall auf eine Münchner Pflegehelferin (38) im U-Bahnhof Heimeranplatz am 10. Dezember hat die Polizei die Täter gefasst. Es handelt sich um einen 15-Jährigen und zwei 18-Jährige. Der Jüngste wird mit einer Vielzahl von zum Teil höchst brutalen Straftaten bei der Polizei als jugendlicher Intensivtäter geführt. Und auch die beiden 18-Jährigen sind bereits polizeibekannt. Der Fall verursachte großes Aufsehen, weil er Parallelen aufweist zu einem Verbrechen in Berlin-Neukölln, bei dem am 27. Oktober im U-Bahnhof Hermannstraße eine ahnungslose Frau von hinten eine lange Treppe hinuntergetreten und schwer verletzt wurde.

In München war die 38-Jährige in jener Nacht auf dem Heimweg von einer Weihnachtsfeier gewesen. Gegen 2.30 Uhr kam sie mit der U-Bahn am Heimeranplatz an, wollte dort umsteigen. Offenbar kam es dort bereits zu Kontakt zu den drei Tätern – dem 15-jährigen in Berlin geborenen Deutschen Leonardo F. und seinen Freunden, dem Somalier Abdulkadir B. (18) aus dem Landkreis Konstanz und dem in Deutschland geborenen Afghanen Mohammad O. (18), der Azubi ist und in München lebt.

U-Bahn-Treter: Opfer erlitt mehrere Hämatome

Zum Umsteigen hätte die Frau einfach nur die Bahnsteigseite wechseln müssen. Offenbar war ihr die Nähe der Burschen aber unangenehm, sodass sie zunächst die Treppe ins Zwischengeschoss hochfuhr und dann wieder hinunterlief. In diesem Bereich, der nicht von Überwachungskameras erfasst wird, wurde sie angegriffen. Nach ihrer Schilderung wurde sie von hinten in den Rücken getreten und stürzte, wobei sie ihre Handtasche mit etwas Geld und Handy verlor. Während sie noch auf dem Boden lag, packten die Burschen ihre Handtasche und flohen. Die Frau erlitt mehrere Hämatome am linken Oberschenkel.

Auf den Videos vom Bahnsteig und im Sperrengeschoss waren die drei polizeibekannten Täter gut zu erkennen – kein Problem für die Polizei, sie zu identifizieren. Alle wurden am Dienstag von Beamten der Inspektion 14 (Westend) festgenommen. Einer von ihnen hat bereits „eine Schubserei“ zugegeben. Mehr war ihnen zunächst nicht zu entlocken. Das Räubertrio wurde am Mittwoch im Polizeipräsidium dem Haftrichter vorgeführt. Der 15-Jährige und der 18-jährige Afghane sind wieder frei. Gegen den Somalier wurde wegen Wiederholungsgefahr Haftbefehl erlassen.

Dorita Plange

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