Das bringt das neue Jahr dem Stadtbezirk

Westend 2017: Das „Forum Schwanthalerhöhe“ wird aufpoliert

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Zukunft in neonweiß: Das Beton-Ensemble an der Theresienhöhe – das „Forum Schwanthalerhöhe“ – bekommt ein neues Antlitz.

München - Zentral auf der Schwanthalerhöhe gelegen wird der ehemalige XXXLutz-Bau in diesem Jahr im großen Stil umgebaut. Offen ist noch, was auf der Brache an der Ganghoferstraße passiert. Vielleicht gibt es hier nach vielen Jahren 2017 endlich ein Ergebnis.

Das gewaltige Beton-Ensemble an der Theresienhöhe bekommt 2017 ein neonweißen Anstrich und einen üppig verglasten Unterbau. Gebaut wird an dem neuen Nahversorgungszentrum mit dem etwas sperrigen Namen „Forum Schwanthalerhöhebereits seit Oktober 2016. Bis zum Frühjahr 2017 werden die Verkaufsflächen auf dem ehemaligen XXXLutz-Gelände entkernt, die markante Glasfassade demontiert und das Dach saniert. Die beiden Bauherren, die Hanseatischen Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB) und die Bayerische Hausbau, wollen das Einkaufszentrum bis 2018 fertig stellen. Die HBB, Käuferin der XXXLutz-Flächen, plant auf rund 25.000 Quadratmetern ein „Quartierszentrum mit Handel und Gastronomie“ und wird dafür rund 220 Million Euro investieren. Welche Mieter einziehen, wollen die Hamburger erst in den kommenden Monaten bekannt geben.

Neuer Einzelhandel an der Schwanthalerstraße

Die Bayerische Hausbau konzentriert sich hauptsächlich auf die gegenwärtige Einzelhandelsfläche an der Schwanthalerstraße 111. Sie hat bereits verkündet, dass ein EDEKA mit 3000 Quadratmetern Verkaufsfläche dort einziehen wird. Weitere Mieter werden der Biomarkt VollCorner und die Restaurantkette L’Osteria werden. Im Vorfeld waren Stimmen laut geworden, dass etablierte Geschäfte im Westend durch das Einkaufszentrum pleite gehen könnten. Die lokale Baukommission verordnete deshalb unter anderem, dass auf die gesamte Einzelhandelsfläche von 34.000 Quadratmeter maximal 7000 auf Lebensmittelläden entfallen. Die Lebensmittelgeschäfte in direkter Umgebung sollen durch die Maßnahme geschützt werden.

Mehr Kinderbetreuung im Viertel

Sehr viel weniger Glas und dafür mehr Grün soll es nächstes Jahr für die Kita-Kinder des Westends geben. Für 30 Kleinkinder entsteht heuer an der Kazmairstraßeeine neue Kinderkrippe. Die Schulkinder im Westend werden indes wohl länger auf ein neues Gebäude warten müssen. Der Bezirksausschuss (BA) Schwanthalerhöhe fordert seit Jahren einen Schulneubau auf der Brache an der Ganghoferstraße. Der BA wünscht sich dort eine Ganztagsschule. Das Grundstück, auf dem die neue Schule entstehen soll, gehört der Stadt. Die prüft den Antrag – Anfang 2017 nun im vierten Jahr in Folge. Eine Zwischennutzung gestattet die Stadt bis jetzt nicht. Kürzlich antwortete das zuständige Kommunalreferat auf Nachfrage des lokalen BA allerdings, dass nun doch eine Zwischennutzung geprüft werde – vielleicht schon 2017?

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Kommt ein Denkmal für Sinti und Roma?

An der Genehmigung eines anderen Anliegens wird der BA weiter arbeiten. „Wir haben seit 2007 bereits mehrmals beantragt, durch die Errichtung eines Denkmals auf dem Sinti-Roma-Platz, den Sinti und Roma zu gedenken“, sagt die BA-Vorsitzende Sybille Stöhr. Die Stadt solle dazu einen Wettbewerb für ein Kunstwerk im öffentlichen Raum ausloben, hieß es 2016 in einem entsprechenden Antrag der Stadtratsfraktion der Grünen und der Rosa Liste, die sich als erste für ein Mahnmal ausgesprochen hatten. „Die Schwanthalerhöhe hat einen engen Bezug zu dieser Volksgruppe. Viele alteingesessene Münchner Sintifamilien waren hier tätig, entweder auf dem ehemaligen Pferdemarkt am Lindengarten in der Kazmairstraße oder in verschiedenen Funktionen auf dem Oktoberfest“, begründet Stöhr das Engagement des Bezirksausschusses für das Denkmal.

Eine gute Nachricht für die Autofahrer im Viertel: die Max-Pschorr-Straße soll heuer während der Wiesn-Auf- und Abbauzeiten kürzer gesperrt werden als in den Vorjahren.

Trinker, Lärm, Schmutz, Drogen: Wie die Stadt wo aufräumt

Marriah Patterson-Wildschek (li.) und Elisabeth Raschke. © Bodmer
Klassik am Gärtnerplatz 2014
Gärtnerplatz: In Sommernächten wird es am Gärtnerplatz schnell voll: Dann sind mitunter bis zu 2000 Personen und mehr auf dem Platz. „Der Lärmpegel ist enorm“, sagt BA-Chef ­Alexander Miklosy. Bereits seit 2014 versuchen Silencer des Allparteilichen Konfliktmanagements (AKIM), Werbung für Rücksichtnahme auf Anwohner zu vermitteln. Sie sind meist zu zweit unterwegs . Sie reden mit den Leuten auf dem Platz und verteilen Visitenkarten an die Anwohner, falls die sich wegen des Lärms beschweren wollen. © Haag Klaus
Königsplatz: Auch am Königsplatz häufen sich die Beschwerden der Anwohner – zu viel Dreck, zu viel Lärm. „Es ist eine Verschmutzung festzustellen, die beispiellos gerade für diesen besonderen Ort ist“, schimpft Stadtrat Michael Mattar (FDP). „Außerdem halten sich regelmäßig immer mehr Betrunkene und bis in die tiefe Nacht laut krakelende Menschen im Umfeld auf.“ BA-Chef Christian Krimpmann hat derweil schon eine Tendenz ausgemacht: „Es entsteht der Eindruck, dass es vom Hauptbahnhof weiter nach Norden drückt.“ © 
Nußbaumpark
Nußbaumpark: Der Nußbaumpark war in der Vergangenheit bereits öfter mal negativ in den Schlagzeilen – er galt als beliebter Treff von Junkies. Die Polizei hatte reagiert, überwacht das Areal. „Der Park ist oft von Obdachlosen frequentiert, ohne dass es besondere Auffälligkeiten zu geben scheint“, sagt der Vorsitzende des örtlichen Bezirksausschusses, Alexander Miklosy. Eine latente Drogenproblematik sei hier aber nach wie vor vorhanden. „Die Szene hat sich jedoch wegen der Streetworker und Kontrollen verlagert.“ © Haag Klaus
Alter Botanischer Garten
Alter Botanischer Garten: Ein Dauer-Brennpunkt – Schlägereien, Vergewaltigungen – ist der Alte Botanische Garten. Notrufsäulen, Kameras – der Bezirksausschuss hatte sich unlängst jedoch nicht durchringen können, Sicherheitsmaßnahmen zu intensivieren. Die Polizei allerdings hat bekräftigt, dass am Alten Botanischen Garten nun häufiger Streifen unterwegs sind. „Es bleibt aber dabei, dass das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger beeinträchtigt ist“, sagt BA-Chef Christian Krimpmann. „Man geht da nicht gern vorbei.“ © Götzfried Markus
Hauptbahnhof: Der Hauptbahnhof ist ohne Frage ein Problemkind. Der Drogenhandel wird von der Polizei zwar intensiv beobachtet. Kameras sind installiert, um dauerhaft einen Überblick zu erhalten. Aber es gibt da noch eine Sache: „Obdachlose stellen für Geschäftsleute und Reisende ein Problem dar“, sagt der Vorsitzende des örtlichen Bezirksausschusses, Alexander Miklosy. „Die Bürger fordern, dass die Haltestellen der Tram besser kontrolliert werden. Denn gerade die Sitzgelegenheiten werden oft von Problempersonen okkupiert.“ © 

Sophia Bogner

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