Im Westend

Bürger fordern Erhalt des „Hauses mit der roten Fahne“

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Eröffnete Anfang der 70er-Jahre: Nun soll „Das Haus mit der roten Fahne“ dichtgemacht werden. 

Hier sollen Wohnungen gebaut werden: Auf der Bürgerversammlung der Schwanthalerhöhe haben sich die Anwohner mehrheitlich für den Erhalt des „Hauses mit der roten Fahne“ an der Tulbeckstraße ausgesprochen. Es sei Teil der Viertel-Geschichte.

München - Die städtische Wohnungsbaugesellschaft GWG hatte dem dort ansässigen Verlag „Das freie Buch“ gekündigt, um Wohnungen zu bauen. Der Stadtrat stimmte nach heftigem Streit der Kündigung im Februar zu. Nun muss er sich innerhalb von drei Monaten mit dem Antrag der Bürgerversammlung befassen.

Das Haus mit der roten Fahne eröffnete Anfang der 70er-Jahre in der Tulbeckstraße 4f. Seitdem dient es als „Zentrum der Arbeiterkultur“ im Viertel. Neben dem Verlag „Das freie Buch“ sitzen dort unter anderem der „August-Kühn-Verein“ und der „Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD“. Julian Mühlbauer, ein Vertreter der Einrichtung, sagte auf der Versammlung, der Entschluss des Stadtrats habe ideologische Gründe. „Die wollen hier keine Kommunisten haben.“ Zudem habe der Stadtrat seine Entscheidung auf Basis falscher Informationen getroffen. Wohnungsbau sei wirtschaftlich nicht sinnvoll. Besser sei es, das Haus an den Verlag zu verkaufen.

Inken Wuttke vom Planungsreferat widersprach dieser Auffassung. Die Kündigung sei rechtmäßig erfolgt – die Wohnungen könnten gebaut werden. Vertreter des Hauses sammelten nach der Kündigung des Mietvertrags 2200 Unterschriften für den Erhalt der Einrichtung. Auch der zuständige Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe stimmte für den Verbleib des Hauses. Auf der Bürgerversammlung erhielt das Haus mit der roten Fahne nun klaren Zuspruch. Ob das etwas am Entschluss des Stadtrats ändern wird, bleibt zu bezweifeln. 

Constanze Radnoti

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