Angeklagter ist schwer herzkrank

Schwarzarbeit: Senior (81) droht Haftstrafe

München - Für die Beschäftigung von Schwarzarbeitern drohen einem 81 Jahre alten Mann fünf Jahre Gefängnis. Laut Anklage soll der Mann jahrelang Scheinrechnugen über große Summen augstellt haben.

Bei einem Gesamtschaden von etwa 900 000 Euro visierte das Münchner Landgericht am Dienstag im Falle eines Schuldspruchs fünf Jahre Haft an. Der Angeklagte ist schwer herzkrank. Dem Subunternehmer liegen Veruntreuung von Arbeitsentgelt und Steuerhinterziehung zur Last. Vor dem Prozess hatte sich der Angeklagte zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft bekannt. „Sie haben geschrieben, dass alles stimmt“, hielt ihm der Vorsitzende Richter zu Prozessbeginn vor.

„Mein Mandant hat sich ohne Beratung geäußert. Er war der Meinung, dass dann das Ganze schnell erledigt sei“, griff sein Verteidiger ein. Ihm habe sein Mandant gesagt, er habe praktisch keine Arbeitnehmer mehr beschäftigt und die Rechnungen nach den Wünschen der Auftraggeber für diese „steuerfreundlich“ ausgestellt. Derartige Scheinrechnungen verstoßen allerdings gegen das Gesetz. Der Prozess mit Dutzenden von Zeugen ist bis Anfang Juli angesetzt.

Der 81-Jährige hat bei einer Rente von nur 105 Euro monatlich weit über das Ruhestandsalter hinaus gearbeitet. Seit den 1960er-Jahren war der gelernte Bäcker als Eisenflechter, Wirt, Metall- und Elektronikhändler, Parkplatz-Pächter und zuletzt am Bau selbstständig. Er verdanke sein Leben „einer Kombination von Herzschrittmacher und Defibrillator“, gab ein Sachverständiger an.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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