Schwarzbau

Einsturzgefahr am Mittleren Ring!

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Die Grube an der ­Tegernseer Landstraße: Mittlerweile wurde sie wieder zugeschüttet

München - Bauarbeiter haben am Mittleren Ring ohne Genehmigung drei Löcher gebuddelt. Die Stadt reagierte und stellte den Schwarzbau ein. Die Wände hätten jeden Moment einstürzen können.

Das war knapp! Bauarbeiter haben am Mittleren Ring in Giesing drei tiefe Löcher in den Boden gebaggert und teilweise die Straße unterhöhlt – ohne Genehmigung! Die Stadt stellte den Schwarzbau ein – die Grubenwände hätte jeden Moment einbrechen können.

Es war ein städtischer Bautrupp auf Routinekontrolle, dem am Mittwoch auf der Tegernseer Landstraße stadtauswärts eine Baustelle auffiel, die nirgendwo angemeldet war. Links und rechts der Stadtautobahn sowie im Grünstreifen in der Mitte hatte ein Bagger die Löcher gegraben, die dazu gedacht waren, unter der TeLa ein Loch für Glasfaser-Kabel hindurch zu bohren.

Die Baustelle auf Höhe der Tankestellen war eine nicht zu unterschätzende Gefahr für den Straßenverkehr: „Die Grube war mit einer Tiefe von circa vier Metern grob unfachmännisch ohne jede Sicherung der Grubenwände angelegt worden. Es bestand akute Einsturzgefahr“, hieß es am Donnerstag in der Rathaus-Umschau, dem offiziellen Mitteilungsblatt der Stadtverwaltung.

Mehr noch: Die Bauarbeiter hatten sogar schon die Fahrbahn unterhöhlt, nur die Steine der Bordsteinkante hielten den Asphalt noch zusammen, während die Autos darüber fuhren! Die Stadt verpflichtete das Bauunternehmen vor Ort, das Loch sofort wieder zuzufüllen, um einen Einsturz zu verhindern.

Außerdem wurde die benachbarte Fahrspur gesperrt, weil sich die Asphaltdecke noch absenken kann. Auf die Baufirma kommt jedenfalls mächtiger Ärger zu: „Die Stadt wird Strafanzeige wegen Sachbeschädigung sowie wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr erheben. Im Übrigen werden die Firmen in vollem Umfang zu Schadensersatz herangezogen“, heißt es in der Rathaus-Umschau weiter. Das Baureferat wird demnächst die Schäden reparieren und dafür eine saftige Rechnung präsentieren.

Fragt sich nur, wer die Buddelei in Auftrag gab. Das Baureferat spricht von einer „Telekommunikationsfirma“. Bei den Stadtwerken und Telefon-Tochter M-Net heißt es: „Wir waren es nicht“. Der Besitzer des Bohrbetriebes sagte auf tz-Nachfrage, man sei nur Subunternehmer. Dessen Auftraggeber aus der Oberpfalz wiederum wollte keine Auskunft geben.

J. Welte, J. Mell

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