Tegernseer Landstraße

Schwarzbau-Grube: Noch sechs Wochen Ärger

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Die Engstelle an der Tegernseer Landstraße

München - Wer anderen ­eine Grube gräbt … sorgt für Riesen-Chaos. Seit fast sieben Wochen ist die Tegernseer Landstraße stadtauswärts um eine Fahrspur verengt – und das wird auch noch länger so bleiben.

Das alles nur, weil Bauarbeiter ohne Genehmigung ein Loch unter dem Mittleren Ring bohrten.

Städtische Kontrolleure hatten den privaten Bautrupp im März bei nicht genehmigten Bauarbeiten erwischt. Das Vier-Meter-Loch, das die Arbeiter am Straßenrand ausgehoben hatten, drohte einzustürzen. Zwar ließ die Stadt die Grube wieder auffüllen, doch damit ist längst noch nicht alles gut.

Wer derzeit an der Stelle vorbeifährt, merkt: Das sieht alles noch genauso aus wie vor sechs Wochen. Warum? Beim Baureferat heißt es auf Nachfrage: „Es mussten zunächst zur Beweissicherung Bodenproben entnommen werden.“ Als nächstes soll das Loch jetzt ordnungsgemäß befestigt werden.

Denn: „Das, was die Baufirma gemacht hatte, reicht nicht aus“, so das Baureferat. Jetzt wird’s aufwändig: Loch wieder neu ausheben, mit einer Schalung befestigen, dann schichtweise mit Lockermaterial auffüllen und dann festrütteln.

Ein Mords-Aufwand! Im Baureferat heißt es: „Erst dann können wir die Fahrbahn wieder freigeben. Mitte Juni soll die Tegernseer Landstraße hier wieder komplett befahrbar sein.“ Ohne diese Maßnahmen bestünde Einsturzgefahr.

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Das alles kostet Geld. Die Stadt rechnet damit, dass auf die Baufirma, die die Grube ausgehoben hat, eine Schadenersatzforderung von rund 20 000 Euro zukommen wird. Direkt nach Entdeckung des Lochs hatte die Stadt Strafanzeige wegen Sachbeschädigung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr gestellt.

Die Arbeiter hatten den Schacht unter dem Mittleren Ring im Auftrag einer Telekommunikationsfirma gebohrt – hier sollte eine Glasfaserleitung verlegt werden. Teilweise hatte der Trupp dabei sogar die Fahrbahn unterhöhlt. Die Erde hätte jeden Moment nachgeben können.

Johannes Welte

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