Erfolgsmeldung mit Schönheitsfehler

Schwarze Zahlen im Städtischen Klinikum

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Zum ersten Mal seit der Gründung der Städtisches Klinikum GmbH (StKM) im Jahr 2005 schreiben die Krankenhäuser schwarze Zahlen. Ein Grund zum Jubel ist das aber noch nicht.

München - Geschäftsführer Axel Fischer zufolge sind die Kliniken zum Jahresende 2016 mit 1,5 Millionen Euro über die Null hinausgeschossen. Im operativen Geschäft habe die StKM knapp 15 Millionen Euro erwirtschaftet – mehr als geplant. „Dass wir die Planung 2016 übertroffen haben, freut mich und ist das Ergebnis des großen Engagements von allen Beteiligten“, so Fischer. „Aber es darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch eine lange Strecke vor uns liegt.“

Im Vergleich zu den letzten Jahren sei das ein erstes positives Zeichen, sagt Christoph Emminger vom StKM-Aufsichtsrat. „Das Klinikum ist damit aber noch lange nicht gerettet. Jetzt beschreitet es zum ersten Mal einen Weg, den ich nicht als irrig erachte, und der nicht in die Wüste führt.“

Die Bilanz hat einen Haken

Insider bemäkeln an der positiven Bilanz einen ordentlichen Pferdefuß: Während die erwirtschafteten Summen von Seiten der Stadt bestätigt werden, soll die StKM im Leistungsbereich, sprich: im ambulanten und stationären Kerngeschäft, nicht nur hinter den Plänen, sondern auch hinter den Werten des Vorjahrs zurückbleiben. Messlatte ist der Case Mix Index, der die durchschnittliche Schwere sämtlicher Patientenfälle dem Gesamtaufwand der Ressourcen gegenüberstellt. Der Wert erlaubt Aussagen über die Kostenstruktur eines Krankenhauses. 2016 sei die StKM hinter der gewünschten Punktezahl zurückgeblieben, heißt es.

Einige Faktoren schönen das Ergebnis

Zudem schönen Sonderfaktoren die Jahresbilanz: So kann ein Unternehmen einen Ertrag in zweistelliger Millionenhöhe verbuchen, wenn es eine in Erbpacht genutzte Immobilie vorzeitig zurückgibt. Insiderquellen zufolge hat die StKM das im vergangenen Jahr mit städtischen Immobilien in Schwabing getan. Dadurch entstehen Erträge, die mit dem operativen Geschäft nichts zu tun haben, die aber die Bilanz aufpolieren. „Dass Häuser aus dem großen Ensemble in Schwabing nicht mehr klinisch genutzt wurden, ist schon lange bekannt“, erklärt Christoph Emminger. „Da ist es nur logisch, dass man sie zurückgibt. Und wenn man so Kosten einsparen kann, macht das nur Sinn.“ Dennoch könne man das Kapitel Finanzen noch lange nicht als erledigt betrachten.

Wie es weitergehen soll, das weiß Kliniken-Chef Axel Fischer: „Für 2017 wünsche ich mir, dass wir gerade die medizinische Versorgung für unsere jährlich mehr als 17.000 Notfälle und über 140.000 stationären Patientinnen und Patienten erfolgreich gestalten und weiter entwickeln.“

Marian Meidel

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