Betrügern auf der Spur

Schwarzfahren in München: Kontrolleur verrät Lieblingsausrede

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Bis zu 50 Kontrolleure waren am Freitag am Marienplatz im Einsatz.

München - Seit 30 Jahren ist er der natürliche Feind des Schwarzfahrers: Eduard Imblon, Chef-Kontrolleur der MVG. Dabei hat er schon so einiges zu hören bekommen.

Faule Ausreden kennt er zur Genüge: vergessen, weggeworfen, der Hund hat das Ticket gefressen – seit 30 Jahren ist Eduard Imblon Schwarzfahrern auf der Spur! Der 54-Jährige ist Chef der Kontrolleure der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Und es gibt wirklich nichts, was er in dieser Zeit nicht schon gesehen oder gehört hat. „Meine Lieblings-Ausrede hatte mal ein Herr, der mit einem kleinen Eimer Wasser und Lumpen in der U1 angetroffen wurde. Als die Kontrolleure kamen, hat er angefangen, die Fenster zu reinigen und gesagt, er sei der Fensterputzer der U1.“ Auch abstrus ist folgende Ausrede: „Ich dachte im Winterschlussverkauf muss man kein Ticket lösen.“ Doch, muss man!

Das hat der ein oder andere Fahrgast am Freitag spätestens am Marienplatz gemerkt – bei einer Schwerpunktkontrolle der MVG. Auf der Jagd nach Ticket-Muffeln.

Chef-Kontrolleur Eduard Imblon.

Die MVG hat in den vergangenen zwei Jahren deutlich an der Stellen-Schraube gedreht. Es sind heuer viel mehr Kontrolleure unterwegs, die Dichte hat auch zugenommen. „Aber wir haben damit genau das erreicht, was wir wollten“, sagt Imblon. Mehr Kontrollen, weniger Schwarzfahrer! Laut Angaben des Unternehmens liegt die so genannte Beanstandungsquote mittlerweile bei rund 2,7 Prozent. Vor zwei Jahren waren es drei Prozent. Durch Karten-Sünder geht der Verkehrsgesellschaft jedes Jahr ein Heidengeld durch die Lappen: etwa zehn Millionen Euro!

Umgekehrt sind aber auch mehr als 97 Prozent der Fahrgäste ehrliche Ticketkäufer. Das zeigt die Kontrolle gestern am Marienplatz. Die allermeisten haben einen Fahrschein. Aber eben nicht alle! Eine ältere Dame dreht sich plötzlich um, ruft „Ich geh’ dann jetzt!“ und nimmt die Beine in die Hand. Doch sie kommt nicht weit. Und fremd ist sie den Kontrolleuren auch nicht. „Die kennen wir schon“, sagt Imblon.

Die Schwerpunktkontrollen gibt es wohl mindestens einmal die Woche – mit 20 bis 50 Mitarbeitern der MVG, inklusive externer Dienstleister. Wie viel Fahrgäste kontrolliert werden, wie viele Kontrolleure insgesamt im Einsatz sind, bleibt ein Geheimnis. „Um keine Rückschlüsse auf Kontrolldichte und -Taktik zu ermöglichen“, sagt ein MVG-Sprecher. Und das ist vermutlich keine faule Ausrede.

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