Verhandlung am Landgericht

Schwarzfahrer-Demo vor Verhandlung ums Schwarzfahren

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Schwarzfahrer aus Prinzip: Ein Gilchinger steht nun schon zweiten Mal wegen notorischen Schwarzfahrens vor Gericht.  

München/Gilching -Zum zweiten Mal schon steht ein Gilchinger (35) für sein notorisches Schwarzfahren vor Gericht. Das Münchner Landgericht beschäftigte sich am Montag in zweiter Instanz mit dem Fall. Vorher wurde im Internet zum solidarischen Schwarzfahren aufgerufen. 

Es ist ein ungewöhnlicher Rechtsstreit, der jetzt schon in die zweite Instanz geht. Ein 35-Jähriger Gilchinger fährt grundsätzlich und aus Überzeugung schwarz - und macht darauf mit einem Schild um seinen Hals aufmerksam. Das Starnberger Amtsgericht verurteilte ihn im November deshalb bereits zu insgesamt 500 Euro Geldstrafe. Am Montag ging der Fall vor dem Münchner Amtsgericht in die zweite Instanz.

Vor der Verhandlung gingen der Bundespolizei gleich mehrere Schwarzfahrer ins Netz. Denn im Internet war dazu aufgerufen worden, den Prozess zu begleiten und gegen das Verfahren zu protestieren  - indem man eben wie der Angeklagte  ohne Fahrschein aber mit Kennzeichnung zur Verhandlung anreist.

Wie die Bundespolizei mitteilte, wurden deshalb bei rund zehn Personen, die in Zügen der Deutschen Bahn bzw. der S-Bahn um Hauptbahnhof reisten, die Personalien festgestellt. In einem Fall - einer vierköpfigen Gruppe, die mit Transparenten und Flyern im Regionalexpress aus Memmingen am Hauptbahnhof ankamen - hatten alle vier keinen Fahrschein. Die vier waren in Kempten zugestiegen und hatten auf der Flucht vor dem Zugpersonal den Wagen bei einem Halt unterwegs kurzfristig gewechselt. Unter den Vieren befand sich auch der Angeklagte aus Gilching.

Auf der Weiterfahrt nach München haben sich Reisende bei DB-Mitarbeitern über die Gruppe beschwert, die Flyer verteilten und Reisende darüber belehrte, dass sie mit Kennzeichnung keine Fahrkarte bräuchten. Die Zugbegleiterin informierte die Bundespolizei, die mit Beamten in München-Pasing zustieg und mit weiteren Beamten die Aktivisten am Hauptbahnhof erwartete.

Am Hauptbahnhof gab es außerdem am Gleis 28, im Bereich des Starnberger Flügelbahnhofes und im Zwischengeschoss zu kurzen Spontandemonstrationen von etwa zehn Personen.

MM/tz

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