Die Schweinegrippe wird zur Welle

München - Die Schweinegrippe breitet sich noch schneller aus – und zwar erneut in Bayern und im Großraum München. Jetzt schlagen sogar erstmals die Warn-Instrumente am Robert-Koch-Institut an.

In der Stadt haben sich allein in den Tagen von Montag bis Mittwoch 450 Menschen mit H1N1 angesteckt – insgesamt verzeichnet die Statistik jetzt 2200 Fälle! An 150 von 340 Schulen wütet das Virus – letzte Woche waren es 125. Im Freistaat sind über 8000 Erkrankungen gemeldet. Jetzt schlagen sogar erstmals die Warn-Instrumente der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am Robert-Koch-Institut an, die eigentlich die Verbreitung der normalen saisonalen Grippe anzeigen. Der Befund: Die Schweinegrippe macht im Freistaat so viele Menschen krank wie sonst nur die Winter-Grippe im Dezember oder Januar – also kurz vor deren jeweiligen Höhepunkten. Jetzt haben wir eine Schweinegrippe-Welle!

Auf der aktuellen Karte zur Verbreitung von akuten Atemwegserkrankungen zeigen sich schon jetzt rote Brennpunkte – vor allem in den städtischen Regionen München, Passau, Ingolstadt, Amberg, aber auch in Dillingen an der Donau und im Rhön-Grabfeld. 2008 und in den Vorjahren war die Krankenkarte bis in den Dezember hinein unauffällig blau. Schon jetzt liegt der „Praxisindex“, der die Zahl der Arztbesuche anzeigt, über dem Spitzenwert der Saison 2007/08. „Für Bayern liegen die Werte im Bereich deutlich erhöhter Aktivität“, steht im Influenza-Wochenbericht der AGI. Nachgewiesen wurden bislang nur A/H1N1-Viren und noch nie ein Erreger der normalen Winter-Influenza. Der Grippe-Bericht der AGI schließt: „Mit einem weiteren Anstieg der Werte und einer weiteren geografischen Verbreitung der Influenza-Aktivität muss in den kommenden Wochen gerechnet werden.“

DAC

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