Schweizer Schläger bricht sein Schweigen

München - Im Prozess gegen die Schweizer Schläger, der sich seit dem 9. März dahinzieht, wird es noch eine sensationelle Wende geben:

Benjamin D., der wie seine Mitangeklagten Ivan Z. und Mike B. vor der Jugendkammer des Landgerichts eisern geschwiegen hatte, wird sein Schweigen brechen und ein Geständnis ablegen. Die Plädoyers, die für Donnerstag vorgesehen waren, werden deshalb möglicherweise verschoben.

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Die drei Angeklagten von der „Goldküste“ am Zürichsee, die während eines Ausflugs am 30. Juni 2009 am Sendlinger Tor mehrere Menschen aus purem Spaß niedergeschlagen und zum Teil schwerstens verletzt hatten, schwiegen bislang vor Gericht. Kein Wort der Entschuldigung brachten sie über ihre Lippen. Sie folgten damit dem Rat ihrer Verteidiger. Erfahrene Juristen schüttelten nur den Kopf über diese Strategie.

Benjamins Eltern schickten jetzt Anwalt Christian Finke in die Wüste und holten den Münchner Star-Verteidiger Steffen Ufer ins Boot. Ufer will jetzt das Ruder noch herumreißen, um Pluspunkte für seinen Mandanten zu sammeln. „Er wird dasselbe reumütige Geständnis ablegen wie schon bei der Polizei“, sagte Ufer gestern Abend der tz. Das heißt: Der inzwischen 18-Jährige wird zugeben, auf seine Opfer eingeprügelt und getreten zu haben. Eine Tötungsabsicht (die Anklage lautet auf versuchten Mord) wird er jedoch bestreiten. Ufer: „Dass er jemand töten wollte, ist doch absurd.“ Bei seinen Opfern wird sich Benji entschuldigen.

Ufer hält es für nicht ausgeschlossen, dass sich die anderen Angeklagten seinem Mandanten anschließen werden und ebenfalls ein Geständnis ablegen. „Die Strategie der Verteidigung hat doch niemand verstanden“, so Ufer zur tz.

Von E. Unfried

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