Nach Vorfall in Grafing

Zug war zu schwer: Wieso fährt die S-Bahn dann total überfüllt?

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Leider normal: Fahrgäste in der S3 quetschen sich in die Gänge.

München - "Wir sind zu schwer" hieß es neulich in einem Zug am Grafinger Bahnhof, 50 Fahrgäste mussten raus. Viele S-Bahn-Pendler schütteln da nur den Kopf: Sie fahren jeden Tag gequetscht. Warum das erlaubt ist.

Die S3 Richtung Mammendorf zur Pendlerzeit - immer wieder ein Albtraum für Menschen mit akuter Platzangst. Nicht selten stapeln sich die Fahrgäste dort in der Vertikale, so eng, dass ein einzelner nicht einmal seine Hände aus den Taschen nehmen kann. Gerade zur Grippezeit eine - *Ironie an* - absolute Wohlfühlfahrt. Da braucht's nicht einmal das Anhusten, da macht man Engtanz mit Wildfremden. Und die S3 dürfte längst nicht die einzige Linie sein, von der die Fahrgäste genervt sind.

Gleiches Bild, anderer Tag: Fahrgäste in der S3.

Wer dieses Erlebnis teilweise mehrmals die Woche auf dem Heimweg von der oder in die Arbeit hat, kommt schon ins Grübeln, wenn er hört, dass übervolle Züge eigentlich gar nicht fahren dürfen. So passiert vergangene Woche in Grafing: Ein Meridian-Zug war so voll, dass dem Lokführer eine Überschreitung des Gesamtgewichts angezeigt wurde. 50 Fahrgäste mussten aussteigen. Sonst gäbe es laut Bahn das Sicherheitsrisiko, dass sich zum Beispiel der Bremsweg verlängert.

Wie kann es also sein, dass im S-Bahn-Netz, insbesondere entlang der Stammstrecke, derart überfüllte Züge fahren dürfen? Anscheinend sind die vollen S-Bahnen noch nicht voll genug. Ein Bahnsprecher erklärt, dass es bei der S-Bahn selten so weit kommt, dass Menschen raus müssen, weil das Gesamtgewicht überschritten ist.

So viele Menschen dürfen in die S-Bahn

In einer regulären S-Bahn gibt es von vornherein mehr Stehplätze als Sitzplätze. Das sind pro Zugeinheit (also Wagen, durch die man in der S-Bahn durchlaufen kann, ohne den Zug zu verlassen):

Stehplätze: 352

Sitzplätze: 192

Das Gewicht, das sich ergibt, wenn die S-Bahn voll besetzt ist, es handelt sich dabei um eine dreistellige Tonnenzahl, darf dann noch um 20 Prozent überschritten werden. Das lässt offenbar einen so großen Spielraum zu, dass die S-Bahn gefühlt vollkommen überfüllt ist.

Welche Linien sind die Sorgenkinder?

Außer den Erfahrungsberichten von Fahrgästen gibt es keine Informationen darüber, welche Linien des MVV die schlimmsten Sorgenkinder sind. Laut Bahn gibt es zwar ein Ranking, das wird aber nicht herausgegeben.

Gesagt wird nur soviel: Bei der S3 hat man in den Hauptverkehrszeiten morgens und abends einen 10-Minuten-Takt eingerichtet, um der großen Zahl an Fahrgästen zu begegnen. Bei Linien wie der S1 und S4 sei dies aufgrund der Streckenführung nicht möglich, so der Bahnsprecher.

Sie sind gefragt: Welche S-Bahnen sind die "Quetschbahnen"?

Nun wollen wir von Ihnen wissen: Was sind die schlimmsten S-Bahnen, wo und wann fährt man am gequetschtesten? Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit - am besten über die Kommentarfunktion unten.

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