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Großeinsatz an Münchner Bahnhof: Schwerverletzte nach Stromschlag - neue Details zu dramatischem Vorfall

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Von: Lucas Sauter-Orengo, Felix Herz, Johannes Welte

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Im Rangierbahnhof in München-Trudering sind am Dienstag mehrere Menschen von einem Güterzug gesprungen und durch einen Stromschlag zum Teil schwer verletzt worden.

Update vom 25. Mai, 12.14 Uhr: Neue Informationen rund um den dramatischen Vorfall am Truderinger S-Bahnhof. Wie die Bundespolizei mitteilt, musste einer der drei Schwerverletzten, ein 24-Jähriger, vor Ort reanimiert werden. Die Ermittlungen ergaben, dass der junge Mann die Sattelplane des Güterzugs geöffnet hatte, und dann über die Dachplane ausgestiegen war. Dabei wurde zuerst der 24-Jährige verletzt und da er die Geschwister an den Händen hielt, wurden diese ebenfalls vom Stromdurchfluss erfasst und verletzt.

Großeinsatz an Münchner Bahnhof: Schwerverletzte nach Stromschlag - Neue Infos der Polizei

Für den 24-Jährigen und die 15-Jährige vermeldeten die Ärzte heute Morgen einen „kritischen aber stabilen“ Gesundheitszustand, so die Bundespolizei weiter. Beide befinden sich im künstlichen Koma. Der Gesundheitszustand des 12-Jährigen wurde als „relativ stabil“ bezeichnet. Die Bundespolizei hat Ermittlungen zu dem Stromunfall sowie der illegalen Einreise der insgesamt zwölf Personen ins Bundesgebiet aufgenommen. Insgesamt befanden sich unter den neun Aufgegriffenen zwei Frauen (35 und 48 Jahre), eine Jugendliche (15), ein Mädchen (7), ein Junge (12) sowie vier Männer (je zwei 21 bzw. 24 Jahre alt).

Update vom 25. Mai, 6.35 Uhr: Beim Sprung von einem Güterzug im Münchner Bahnhof Trudering sind zwölf Menschen bei einem Stromunfall teils schwer verletzt worden. Ein Mann, eine Jugendliche und ein Kind seien ins Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizeidirektion München am Dienstag. Am schwersten verletzt sei der Erwachsene, doch schwebe er entgegen erster Einschätzung nicht in Lebensgefahr.

Wie der Sprecher weiter sagte, sprächen die Gesamtumstände dafür, dass der Güterzug für die unerlaubte Einreise genutzt worden sein könnte. In Bayern werden immer wieder Flüchtlinge entdeckt, die auf Güterzügen die Grenze überquert haben. Die Bahnstrecke wurde über Stunden gesperrt.

Nach Hochspannungs-Unfall in München: Drei Personen fliehen von Gleis

Der Güterzug hatte in Trudering einen Halt gemacht, als die zwölf Personen den Zug verließen. Dabei bildete sich eine „elektrische Ladung“. Ob es sich dabei um einen Lichtbogen handelte oder jemand mit einem Gegenstand gegen eine Stromleitung gekommen war, blieb zunächst unklar. Bei der Zahl der Beteiligten hatte es zunächst unterschiedliche Angaben gegeben.

Auch die Nationalität der Beteiligten, von denen drei noch vor dem Eintreffen von Polizei und Rettungskräften flohen, blieb vorerst offen. Laut Polizeiangaben sprachen sie jedoch Türkisch und Kurdisch.

Update vom 24. Mai, 18 Uhr: Wie ein Sprecher der Bundespolizeidirektion München mitteilte, handelt es sich bei der am schwersten verletzten Person um den Mann. Er schwebt allerdings nicht in Lebensgefahr, wie zuvor angenommen. Auch die Zahl der Beteiligten wurde auf 12 korrigiert. Drei Personen flohen noch vor Eintreffen der Polizei und Feuerwehr. Die Nationalität der mutmaßlichen Migranten bleibt weiter offen.

Update vom 24. Mai, 17.15 Uhr: Inzwischen gibt es weitere Infos zu dem tragischen Unglück am Rangierbahnhof von Trudering. Von einem aus Italien kommenden Güterzug, der Lkw-Anhänger transportiert, wurden zwölf Menschen beim Versuch, auszusteigen, von einem Stromschlag getroffen. Drei von ihnen wurden schwerst verletzt.

Unglück am Truderinger Rangierbahnhof: Drei Schwerverletzte, darunter ein Kind

Das Unglück ereignete sich um 14.15 Uhr. Offenbar waren die Migranten mit der „Rollenden Landstraße“ eingereist. Das sind Züge zwischen Bozen und Trudering, auf denen Lkw-Anhänger transportiert werden, um den Brenner vom Lkw-Verkehr zu entlasten. Vermutlich hatte sich die Gruppe in Bozen oder an einem Zwischenhalt Zugang zu einem Anhänger verschafft. Als sie in Trudering angekommen waren, haben sie möglicherweise die Dachplane aufgeschlitzt und versucht, ins Freie zu klettern.

Dabei kamen sie laut Polizei wohl der Oberleitung der Bahn zu nahe. Es entlud sich ein Lichtbogen, der 14 Migranten traf. Die Leitung hatte eine Spannung von 15.000 Volt! Drei der Migranten wurden schwer verletzt – ein Mann, eine junge Frau und ein zehnjähriges Kind. Alle drei wurden in ein künstliches Koma versetzt, eine Person schwebt in Lebensgefahr.
Nach tz-Informationen sprachen die Migranten Türkisch, es wurden aber auch Kurdisch-Dolmetscher angefordert. (F. Pillat, J. Welte)

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Großeinsatz in München: Mehrere Personen wohl von Güterzug gesprungen

Am S-Bahnhof Trudering bei München läuft derzeit ein Großeinsatz.
Am S-Bahnhof Trudering bei München läuft derzeit ein Großeinsatz. © Thomas Gaulke

Update vom 24. Mai, 16.28 Uhr: Wie die dpa unter Berufung auf die Bundespolizei berichtet, soll es sich um drei schwer- und elf leichtverletzte Personen handeln. Die Menschen seien beim S-Bahnhof Trudering vom Zug gesprungen, wodurch sich eine „elektrische Ladung“ gebildet habe. Warum die Personen auf dem Zug waren und gesprungen sind und wie viele es waren, ist weiterhin unklar.

Erstmeldung vom 24. Mai 2022

München - Aktuell läuft ein Großeinsatz am S-Bahnhof Trudering in München. Wie die Polizei berichtet, sollen mehrere Personen von einem Güterzug gesprungen sein, wodurch sich ein Stromschlag ausgelöst habe. Die Personen seien teilweise schwer bis lebensgefährlich verletzt. Weitere Hintergründe sind derzeit noch unklar. (lso)

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