Schwergewichtige Frau mit Kran gerettet

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Mit einem Kran wurde die Frau geborgen.

München - Normalerweise kommen die zwei 50-Tonnen-Kranwagen der Münchner Feuerwehr nur selten zum Einsatz – am Donnerstag mussten sogar beide kurz hintereinander ausrücken:

Zunächst wurde mit einem der fahrbaren Kolosse eine übergewichtige Frau aus einem Haus gehoben, wenig später eine umgekippte Kastanie gesichert.

Gegen 17 Uhr rückten die Einsatzkräfte an der Reitmorstraße im Lehel an. Es galt, eine schwergewichtige, akut erkrankte Patientin aus ihrer Wohnung im vierten Obergeschoss zum Rettungswagen zu bringen. Weil das Treppenhaus für den Transport zu eng und die Frau für die auf 150 Kilogramm ausgelegte Technik der Drehleiter zu schwer war, musste die Feuerwehr improvisieren. Der Einsatzleiter beorderte einen der feuerwehreigenen Kranwagen herbei. Mit Unterstützung der Höhenrettungsgruppe konnte die Patientin nach rund einer Stunde auf eine Spezialtrage gebettet, aus dem Fenster gehoben und mit dem Kran zu Boden gebracht werden. Ein spezieller Schwerlast-Rettungswagen brachte die Frau schließlich ins Krankenhaus. Die Reitmorstraße war während des Einsatzes etwa eineinhalb Stunden lang gesperrt.

Doch nur wenig später musste die Feuerwehr abermals samt Kran ausrücken. Am Waidachanger, auf dem Parkplatz zum Landgasthof Langwied, war ein rund 100 Jahre alter Kastanienbaum bedrohlich in Schieflage geraten. Der mehr als 25 Meter hohe Baum hatte sich bereits bis zur Hälfte Richtung Boden geneigt. Und nach Ankunft der Feuerwehr gab der Baumriese immer weiter nach – er drohte auf eine Telefonleitung sowie auf einen Gehweg zu stürzen.

Mit dem Feuerwehrkran sicherten die Einsatzkräfte den schief stehenden Stamm. Anschließend sägten sie von der Drehleiter aus Ast für Ast ab und zerteilten schließlich den Stamm. Rund drei Stunden lang waren sie damit beschäftigt. Weshalb die Kastanie gekippt war, ist noch unklar.

Im vergangenen Jahr waren die beiden 50-Tonnen-Kranwagen der Münchner Feuerwehr insgesamt 63 Mal im Einsatz. Einer hat einen 31 Meter langen Teleskoparm und ist an der Wache in Neuperlach stationiert. Der zweite steht an der Pasinger Wache und kann auf bis zu 40 Meter ausgefahren werden. Die Kranwagen sind jeweils mit zwei Einsatzkräften besetzt. Wenn sie ausrücken, werden sie von einem zusätzlichen Gerätewagen begleitet, einem 12-Tonnen-Lastwagen, in dem Stützen, Unterlegmaterial, Ketten, Seile und sonstiges Material für den Kran verstaut sind. Die häufigsten Einsätze für die mobilen Kolosse sind umgestürzte Transporter und Bäume, entgleiste Züge sowie sonstige Notfälle, bei denen schwere Lasten gesichert oder geborgen werden müssen.

Sven Rieber

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