„Größter, der jemals durch die Stadt gerollt ist“

Schwertransport durch München: Porsche-Fahrer sorgt für kurze „Behinderung“, Schaulustige beobachten es

92 Meter lang ist der Spezialtransporter. Mehr als 250 Räder tragen die tonnenschwere Last.
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92 Meter lang ist der Spezialtransporter. Mehr als 250 Räder tragen die tonnenschwere Last.

Der größte Schwertransport, der München je durchquert hat, ist am Sonntag planmäßig am Heizkraftwerk Süd angekommen. Seine Fracht: eine neue Gasturbine zur Strom- und Wärmeproduktion.

München - Es ist kurz nach 9 Uhr am Sonntagmorgen, als sich der riesige grüne Transporter langsam am Maximiliansplatz vorbei Richtung Lenbachplatz schiebt. Die Polizei hält den Verkehr an, Baustellen-Fahrzeuge sichern den Weg. Mitarbeiter der Stadtwerke in neongelben Warnwesten laufen neben dem Koloss her, bleiben über Sprechfunk in Verbindung. Schaulustige sammeln sich am Straßenrand und verfolgen gebannt das Spektakel.

Zentimeterarbeit: der Transport auf der Brienner Straße.

München: 529-Tonnen-Schwertransport schlängelt sich durch die Stadt

Eine neue Gasturbine samt Generator ist am Wochenende auf dem Weg ins Heizkraftwerk Süd an der Schäftlarnstraße (Sendling). Seit Freitag ist der Transport in München* unterwegs. Für die Fahrt, die mit dem Auto keine Stunde dauert, braucht der Konvoi ein ganzes Wochenende.

Zur Erinnerung: ein Foto vom Transport

In der Nacht zum Samstag hatte der Transport die erste Etappe hinter sich gebracht, gestern um sechs Uhr startete Fahrer Friedrich Saam den mächtigen Diesel des Zugfahrzeugs für die zweite Etappe. „Das ist der größte Schwertransport, der je durch München gefahren ist“, erklärt er. Insgesamt 529 Tonnen bugsiert Saam durch die Stadt, das Spezialgespann hat eine Länge von 92 Metern.

Routiniert: Fahrer Friedrich Saam ist seit 37 Jahren im Geschäft

München: Porsch-Fahrer „verirrt“ sich in abgesperrten Bereich

Ob er angespannt ist? „Überhaupt nicht – ich mache das hier schon seit 37 Jahren…“ Gelassen und routiniert lenkt Saam den Koloss im Schritttempo über den Stachus nach Süden. Ein Blick in den Rückspiegel, ein Blick auf die Straße. Dann eine kurze Pause – ein blauer Porsche hat sich in den abgesperrten Bereich verirrt und wird von der Polizei* weggelotst. „Probleme gibt es eigentlich selten, das Ganze ist im Vorfeld alles ganz genau ausgearbeitet von der Stadt und der Polizei“, sagt Saam. Etappenweise geht es voran, damit der Verkehr nicht zu sehr beeinträchtigt wird. Wieder ein kurzer Halt an der Sonnenstraße, der Transporter soll gleich rechts in die Schwanthalerstraße einbiegen: „Hier müssen die Oberleitungen der Straßenbahn abmontiert werden“, sagt André König, Baustellenleiter des Turbinenherstellers. Schließlich ist der Transport mit seinen 5,30 Metern höher als jeder normale Lkw.

Begeistert: die Zaungäste Daniel und David mit ihrem Vater.

Stop and go durch die Innenstadt – das gibt viele Fotomotive für die Schaulustigen am Straßenrand. Daniel (8) und David (11) verfolgen mit Papa Thomas gebannt den Weg des Transporters. „Ich finde es total spannend, wie viel Aufwand da dahintersteckt und wie schwer so ein Transport ist“, sagt David begeistert. Überpünktlich, noch vor der geplanten Ankunftszeit um 15 Uhr, landete die wertvolle Fracht unversehrt am Ziel. Christoph Bieniek, bei den Stadtwerken für Strom- und Wärmeerzeugung zuständig, freut sich. „Die Beteiligten haben sehr gut zusammengearbeitet“, sagt er. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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