Riemer See

Schwimmring löst Großeinsatz aus

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Der Auslöser: Uwe Wagner von der Wasserwacht Riem zeigt den gelben Schwimmreifen, mit dem alles begann.

München - Ein im Riemer See treibender Schwimmreifen hat am Pfingstwochenende einen Großeinsatz ausgelöst. Die Wasserwacht nimmt den Fall zum Anlass, alle Badegäste um erhöhte Aufmerksamkeit zu bitten.

Mitgliedern der Wasserwacht Riem war am Samstag der große gelbe Schwimmreifen aufgefallen, der mitten im See trieb. Kurz zuvor war noch eine Person auf diesem Ring gesessen. Doch von der war nun nichts mehr zu sehen. Sofort fuhren Helfer im Rettungsboot zu dem Schwimmreifen und suchten die Umgebung ab, doch sie fanden weder einen Schwimmer, noch wussten die Badegäste am Ufer, wem der Reifen gehört.

Weil nicht auszuschließen war, dass ein Mensch in den Fluten untergegangen ist, löste die Wasserwacht bei der Rettungsleitstelle München Alarm aus: Verdacht auf „Person im Wasser“. Nun war es vorbei mit dem Bade-Idyll an dem 7,7 Hektar großen und 14 Meter tiefen künstlichen See. Binnen Minuten waren mehrere Polizeistreifen, der Wasserrettungszug der Berufsfeuerwehr, die Schnelleinsatzgruppe der Wasserwacht und weitere Helfer im Einsatz. Rettungshubschrauber von Polizei und ADAC schwebten über der Wasserfläche. Eine halbe Stunde lang suchten Taucher und Schnorchler den Seegrund ab. Dann kam die Entwarnung. Ein Passant meldete sich und berichtete, der Ring habe einer Personengruppe gehört, die inzwischen den See verlassen habe. Kurz darauf wurde die Suche eingestellt.

Die Wasserwacht appelliert an alle Badegäste, ihre Luftmatratzen, Schwimmringe und Ähnliches nicht herrenlos im Wasser treiben zu lassen. Bläst etwa der Wind eine Luftmatratze davon, könne man sich jederzeit an die Wasserwacht wenden, sagt Pressesprecher Heinz Effenberger. „Die wachhabenden Helfer sind jederzeit gerne bereit, sie dem Besitzer ohne Konsequenzen wieder zurückzubringen.“ Das sei allemal besser als eine aufwändige und überflüssige Suchaktion auszulösen. Denn zum einen, so Effenberger, würden die Retter womöglich anderswo dringend gebraucht, und zum anderen gehen solche Einsäze ins Geld: Bei der Wasserwacht fielen nach internen Schätzungen etwa 1000 Euro Kosten an, die Feuerwehr verbucht für ihren Part 2400 Euro. Die Polizeibeamten, die im Einsatz waren, schlagen mit mehreren hundert Euro zu Buche, der Hubschrauber mit mehreren tausend. Rechnet man den ADAC-Hubschrauber dazu, kann der Aufwand schnell fünfstellig werden.

Trotz dieses spektakulären Falles verbucht die Wasserwacht das Pfingstwochenende als ruhig. Das Verhalten der Badegäste an der Isar und den Münchner Seen sei „größtenteils vorbildlich“ gewesen, lobt Effenberger. 64 Wasserretter waren im Einsatz, 45 mal leisteten sie Erste Hilfe, meist wegen kleinerer Blessuren. Nur vier Menschen mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Ein Badegast am Feringasee hatte einen besonders wachsamen Schutzengel: Der alkoholisierte Mann sprang laut Effenberger kopfüber ins Wasser und regte sich dann nicht mehr. Ein Zeuge holte den Bewusstlosen an die Oberfläche und winkte einem Wasserwacht-Boot, das gerade auf Streife vorüberfuhr. Die Retter reanimierten den Mann und brachten ihn ins Krankenhaus.

Peter T. Schmidt

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