See-Sanierung: Wattenmeer unterm Olympiaturm

+
Rekordverdächtige Brocken, wie dieser 20 Kilogramm schwere Graskarpfen gingen den Tegernseer Fischern ins Netz.

München - Jetzt ist der Olympiasee leer, seine Sanierung geht in die heiße Phase. Beim Abfischen sahen die Schaulustigen am Samstag riesige Fische, die sie in dem seichten Gewässer nie vermutet hätten.

Die schönsten Exemplare kommen jetzt ins Aquarium „Sealife“.

Der Olympiasee gleicht jetzt dem Wattenmeer

Der Olympiasee wird saniert

Sanierung Olympiasee Bilder
Trockenzeit: Der See hat eine öde Fläche hinterlassen. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Mit Baggern und Lastwagen soll der Schlamm fortgeschaft werden. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Das Verbotsschild wirkt derzeit ein wenig überflüssig. Keine käme auf die Idee, hier eine Badehose auszupacken. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Bis zum Jahresende soll der See saniert werden. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Endstation Fischernetz: Am See-Auslauf werden die Fische abgefangen. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Viele Neugierige lassen sich das nicht entgehen. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Rekordverdächtige Brocken gehen den Tegernseer Fischern ins Netz. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Beispielsweise dieser 20 Kilogramm schwere Graskarpfen. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Die schönsten Exemplare kommen ins Aquarium „Sealife“. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Gar nicht so einfach, die Fische zu fangen. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Da kommen verschiedenste Geräte zum Einsatz. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Nachdem der See abgepumpt ist, bleibt Schlamm und Müll zurück. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Die Landschaft erinnert nun an das Wattenmeer. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Nur noch wenige Wasserpfützen sind übrig von dem einst etwa einen Meter tiefen See. © Marcus Schlaf

Seit dem frühen Morgen sind die Fischer vom Tegernsee im Einsatz. Langsam waten sie mit einem Netz durch das Wasser und treiben die Tiere zum Ende des schrumpfenden Sees. Dort hin, wo das Wasser durch ein Gitter in den Nymphenburg-Biederstein-Kanal fließt. Hier warten die Kescher – Endstation. Trauben von Schaulustigen stehen am Ufer. Peter Wißmath, Fischereidirektor im Bezirk Oberbayern, muss sie immer wieder bitten, weiter nach hinten zu gehen. „Wenn die Fische Sie sehen, schwimmen sie wieder zurück“, erklärt er den Leuten. Die können das nicht so recht glauben. „Ja, Fische können aus dem Wasser heraus sehen“, bestätigt Peter Wißmath. „Und sie haben Angst vor Menschen.“

Tegernseer fischen den Olympiasee leer

Der Olympiasee wird saniert

Sanierung Olympiasee Bilder
Trockenzeit: Der See hat eine öde Fläche hinterlassen. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Mit Baggern und Lastwagen soll der Schlamm fortgeschaft werden. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Das Verbotsschild wirkt derzeit ein wenig überflüssig. Keine käme auf die Idee, hier eine Badehose auszupacken. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Bis zum Jahresende soll der See saniert werden. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Endstation Fischernetz: Am See-Auslauf werden die Fische abgefangen. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Viele Neugierige lassen sich das nicht entgehen. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Rekordverdächtige Brocken gehen den Tegernseer Fischern ins Netz. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Beispielsweise dieser 20 Kilogramm schwere Graskarpfen. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Die schönsten Exemplare kommen ins Aquarium „Sealife“. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Gar nicht so einfach, die Fische zu fangen. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Da kommen verschiedenste Geräte zum Einsatz. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Nachdem der See abgepumpt ist, bleibt Schlamm und Müll zurück. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Die Landschaft erinnert nun an das Wattenmeer. © Marcus Schlaf
Sanierung Olympiasee Bilder
Nur noch wenige Wasserpfützen sind übrig von dem einst etwa einen Meter tiefen See. © Marcus Schlaf

Nervös und aufgeregt schwimmen die Tiere hin und her, versuchen über das Netz der Fischer zu springen, manche landen auf dem Kiesufer. Die großen Karpfen fangen die Fischer mit den Händen ein. 20, 30 Kilo wiegen einige. „Der größte Fisch heute Morgen hatte ein Gewicht von einem Zentner und war 1,25 Meter lang“, berichtet Wißmath.

In riesigen Wassertanks werden die Tiere abtransportiert. Sie finden „ihr Gnadenbrot in Seen in ganz Deutschland“, so der Fischereidirektor. Die schönsten Exemplare dürfen jedoch in München bleiben. Ein Mitarbeiter von „Sealife“ sucht einzelne Fische heraus, die er dann im Laufschritt in das benachbarte Süßwasseraquarium bringt.

22 Jahre lang haben die asiatischen Graskarpfen im Olympiasee gelebt. Damals wurden sie eingesetzt, um die Algen kurz zu halten. „Sie haben einen guten Job gemacht und das Wasser immer klar gehalten“, sagt Peter Wißmath. Trotzdem hat sich eine Menge Schlamm auf dem Grund des Sees angesammelt – und ein wenig Müll. „Ein paar Fahrräder, eine alte Matratze und Ski“ habe der obere Seeteil freigegeben, der bereits Anfang des Monats abgelassen wurde, erzählt Michael Amberger, Projektleiter bei den Stadtwerken. Doch ansonsten sei das Wasser sehr sauber gewesen.

Die Landschaft erinnert nun an das Wattenmeer. Nur noch ein paar kleine Wasserpfützen sind übrig von dem einst etwa einen Meter tiefen See. Möwen stolzieren dazwischen herum. Hier und da ragt ein alter Autoreifen aus dem Schlamm. An manchen Stellen riecht es sogar wie an der Nordsee.

Heute werden Arbeiter damit beginnen, den Schlamm in diesem Teil des Sees mit feinem Kalk zu mischen, „damit er stichfest wird und wir ihn so besser abtransportieren können“, sagt Amberger. „Dann kann es zu Geruchsbelästigungen kommen.“

Am meisten Arbeit wird Ambergers Team mit der zwei Kilometer langen Uferbefestigung haben. Das Wasser hat im Laufe der Jahre die Uferböschung unterspült. Amberger will neuen Kies aufschütten und Fugen mit Beton füllen lassen. Auch die Ein- und Auslaufbauwerke werden erneuert, und das Gerüst der früheren Wasserfontäne wird abgebaut. „Das ist ein richtiger Schrotthaufen“, sagt Amberger. Im Dezember soll alles fertig sein. Dann wird der See wieder geflutet. Spätestens im Frühjahr sollen dann auch neue Fische den gereinigten Olympiasee bevölkern.

Auch interessant

Kommentare