Seehofer und Zeil akzeptieren kein Nein zur Münchner S-Bahn

+
Horst Seehofer

München - Zwischen Schwarz-Gelb in Berlin und Bayern zeichnet sich ein schwerer Konflikt um Bayerns derzeit größtes Verkehrsprojekt ab:

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) wollen kein Nein des Bundes zur Mitfinanzierung des zweiten Münchner S-Bahn-Tunnels akzeptieren. “Die Verhandlungen von Bund und Freistaat gehen gerade erst in die konkrete Phase. Deshalb sollte man das Ergebnis dieser Gespräche abwarten, bevor öffentlich Vorwegfestlegungen getroffen werden“, erklärten beide am Dienstag. Zuvor hatte der “Münchner Merkur“ berichtet, dass das von Seehofers CSU-Parteifreund geführte Bundesverkehrsministerium die geforderte 60-Prozent-Mitfinanzierung des auf über zwei Milliarden Euro bezifferten Tunnels nicht zahlen will - weil zu wenig Geld da ist.

“Die Metropolregion München ist ein dynamischer Wirtschaftsraum. Wir brauchen jetzt den Ausbau des S-Bahn Systems, damit die Region nicht im Autoverkehr erstickt und den Verkehrskollaps erleidet“, erklärte Seehofer. Der Freistaat habe seine Hausaufgaben gemacht und mit dem Gesamtkonzept “Bahnknoten München“ mit der zweiten Stammstrecke als Kernstück ein echtes Zukunftsprojekt auf die Beine gestellt.

Zeil warnte die Berliner Regierung: “Der Bund darf die Metropolregion München jetzt nicht im Stich lassen. Die Bundespolitik kann nicht auf eine Energiewende setzen und sich gleichzeitig gegen ökologisch sinnvolle Verkehrsprojekte stellen.“ Die Staatsregierung erwarte, “dass der Bund seinen Verpflichtungen bei der Finanzierung der zweiten Stammstrecke nachkommt und sich in die von uns verabredeten Gespräche vertrauensvoll, konstruktiv und mit Hochdruck einbringt“, erklärten Seehofer und Zeil gemeinsam.

dpa

Auch interessant

Kommentare