Studie belegt hohe Akzeptanz

Die Seilbahn-Idee kommt in München gut an

Staufrei unterwegs: So könnte die Seilbahn aussehen.

Eine urbane Seilbahn wäre ein populäres öffentliches Verkehrsmittel. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung der Universität der Bundeswehr München.

Demnach gab eine große Mehrheit von 87 Prozent an, Seilbahnen nutzen zu wollen. Befragt wurden 700 Personen zwischen neun und 86 Jahren.

Wie berichtet, plant die Stadt eine Seilbahn über dem Frankfurter Ring. Die Strecke soll 4,5 Kilometer lang sein – zwischen den U-Bahn-Stationen Oberwiesenfeld und Studentenstadt mit insgesamt vier Haltepunkten. Kosten: etwa 50 Millionen Euro. Momentan fährt auf dieser Strecke ein Bus. 85 Prozent der bei der Untersuchung Befragten würden bei gleicher Reisezeit die Seilbahn einer Busfahrt vorziehen.

Der Freistaat hat eine finanzielle Beteiligung für das Projekt in Aussicht gestellt. Die Seilbahn – sie würde 50 bis 60 Meter über der Straße schweben – soll ins öffentliche Tarifsystem integriert werden, Fahrgäste also mit ihrem MVV-Ticket befördert werden können. Die MVG hat signalisiert, als Betreiber einzuspringen. Kommendes Jahr soll im Stadtrat eine Machbarkeitsstudie beschlossen werden. Auch in Dachau wird über eine Seilbahn nachgedacht, um die Pendlerströme zu entzerren. Sie könnte die Kreisstadt mit Moosach oder Feldmoching verbinden.

Lesen Sie auch auf merkur.de*: Seilbahn von Dachau nach München? Für das Landratsamt eine mögliche Alternative

Sollte das Projekt umgesetzt werden, wäre es in Europa die erste Seilbahn, die nicht in erster Linie touristischen Zwecken dient. Metropolen wie Ankara, La Paz oder Portland nutzen dieses Verkehrsmittel aber bereits primär für den öffentlichen Nahverkehr. Professor Klaus Bogenberger von der Bundeswehr-Uni meint: „Die Seilbahn könnte das Transportmittel der Zukunft für Innenstädte sein: Leise, umweltfreundlich und billiger als die U-Bahn.“

Die Strecke am Frankfurter Ring soll auch als Testlauf dienen. Zuletzt gab es zum Beispiel weitere Ideen für eine Seilbahn vom Ostbahnhof in Richtung Konzertsaal sowie für eine Trasse zwischen der Dülferstraße und Kieferngarten. 

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