Schülerin verschwand vor 20 Jahren spurlos

Wo ist Sonja? Jetzt fahndet ihre Familie im Web

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Harry und Ingrid Engelbrecht mit Fotos ihrer vermissten Tochter.

München - In der Nacht zum 11. April 1995  wurde sie zuletzt gesehen. Jetzt versuchen die Eltern der verschwundenen Sonja über das Internet Antworten zu finden.

Die neue Homepage für den Vermisstenfall Sonja Engelbrecht ist unter www.sonja-engelbrecht.de zu finden. Darauf befinden sich auch Kontaktmöglichkeiten zur Polizei bzw. zur Familie des Mädchens

Es ist die Hoffnung, die Ingrid (72) und Harry Engelbrecht (82) immer wieder antreibt. Die große Hoffnung, dass ihre Tochter eines Tages wieder zur Tür hereinkommen wird. Fast auf den Tag genau 20 Jahre nach dem Verschwinden der Münchner Fachoberschülerin Sonja Engelbrecht (19) gibt es eine neue Homepage. Unter www.sonja-engelbrecht.de hat eine Bekannte der Familie sich die Mühe gemacht, den verstörenden Fall noch einmal im Detail aufzuarbeiten. Vieles klingt schlüssig, zuweilen widersprechen sich die Angaben und für manche Erkenntnisse gibt es gar keine Erklärung. In einer mit Fotos illustrierten Zeitleiste werden noch einmal Sonjas letzte Stunden bis zu ihrem Verschwinden nachgezeichnet. Dazu kommt eine Liste der verschiedensten Theorien, was sich in jener Nacht zum 11. April 1995 am Stiglmaierplatz zugetragen haben könnte. Denn dort wurde Sonja zum letzten Mal gesehen. Obwohl sie müde war, ließ sich Sonja am Abend des 10. April zum Ausgehen überreden. Das schöne Mädchen mit den langen blonden Haaren war eigentlich schüchtern. Doch im Kreise ihrer Freunde blühte Sonja immer auf. Um 21.15 Uhr traf sie sich mit ihrem guten Freund Robert. Die beiden verbrachten den ganzen Abend mit Freunden (siehe Karte) und kehrten erst am frühen Morgen zu Fuß in die Innenstadt zurück. In der Telefonzelle am Stiglmaierplatz wollte Sonja ihre Schwester anrufen, mit der sie sich ein Auto teilte. Daheim hat sie in dieser Nacht aber nicht angerufen – eines der vielen Rätsel dieser Nacht. Auch Robert wartete das Telefonat nicht ab, weil genau in diesem Moment seine Nacht-Tram kam. Da war es 2.28 Uhr. Danach wurde Sonja nie mehr gesehen. Die Polizei ging davon aus, dass sie zu jemandem ins Auto stieg oder dazu gezwungen wurde.

Die vielen Jahre ohne Klärung haben Spuren in der Familie Engelbrecht hinterlassen: „Die Gedanken kreisen und kreisen. Es ist eine Wunde, die immer wieder aufreißt“, sagt Ingrid Engelbrecht. Auf die neue Homepage setzten die Eltern große Hoffnungen: „Wir sind so dankbar für diese hervorragende Internet-Seite. Wir beten darum, dass nach nunmehr 20 Jahren vielleicht doch noch jemand sein Gewissen erleichtern will.“ 

Dorita Plange

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