Münchner Detektiv gibt Tipps

Seitensprung? Lüge? So durchschauen Sie andere Leute

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Ermittler Bakiner sagt: „Gerade in langjährigen Beziehungen lassen wir uns besonders dreist betrügen

München - Detektiv Tamer Bakiner hat ein neues Buch geschrieben. Darin verrät er, wie man herausfindet, wer ein böses Spiel mit uns treibt: wie Sie Ihren guten Ruf schützen, Lügner entlarven oder einen Seitensprung erkennen:

Wir wissen nicht, was wir tun – jedenfalls höchstwahrscheinlich nicht! Das sagt der Münchner Detektiv Tamer Bakiner (43). In seinem neuen Buch Der Wahrheitsjäger (Ariston, 16,99 €) berichtet er nicht nur von besonders spannenden Fällen. Er analysiert auch, wie viel wir alle von uns selbst preisgeben, ohne es zu ahnen – und wie einfach wir uns belügen lassen.

Bakiner sagt: „Ich bin seit 18 Jahren als Ermittler tätig, und in diesen 18 Jahren habe ich mir eine grundsätzliche Skepsis angewöhnt. Zu oft habe ich miterleben müssen, wie Menschen betrogen worden sind, sei es in Sachen Geld oder in Sachen Liebe …“ Dabei wäre es nicht so schwer herauszufinden, wer ein übles Spiel mit uns treibt, wenn man weiß, worauf man achten muss. Deshalb gibt’s im Buch die Rubrik Gefahr-Radar. Dort gibt Bakiner Tipps für Ihren Alltag:

Den guten Ruf schützen:

Unser guter Name gehört zum Wichtigsten, was wir haben. Bakiner: „Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, wie verletzlich wir in diesem Punkt sind. Wie schnell kann es passieren, dass jemand unseren Namen in den Schmutz zieht, obwohl wir selbst gar nichts dafür können? Zum Beispiel, weil er scharf auf unseren Job oder auf unsere Wohnung ist …“ Das Gute: Es gibt einfache Schutzmaßnahmen. Vor allem sollten Sie genau darauf achten, wem Sie welche Information geben. Je weniger jemand über uns weiß, umso schwerer fällt es ihm, uns zu schaden. Wichtig ist: Sie müssen nichts von sich selbst erzählen, nur weil ein Anderer über sich erzählt. Lassen Sie ihn reden – und sagen Sie von sich selber nur das, was Sie wirklich preisgeben wollen. Eine sensible Information ist beispielsweise Ihr Arbeitgeber. Und: Wohlstand schafft Neid!

Lügner entlarven:

Klar ist: Wer lügt, ist grundsätzlich nervös, wird oft rot. Achten Sie aber auch auf den Redefluss! Wenn Menschen lang überlegen, ist eher mit einer Ausrede zu rechnen, als wenn sie spontan etwas sagen. Das gilt auch, wenn jemand besonders wortkarg ist oder den selben Sachverhalt immer mit den gleichen Worten beschreibt. Wer die Wahrheit sagt, wählt in der Regel verschiedene Ausdrücke, wenn er zum zweiten Mal über ein Thema spricht. Wichtiges Detail: Lügner pressen oft die Lippen aufeinander. Und: Ein Lügner sieht sein Gegenüber oft nicht direkt an, vermeidet Blickkontakt. Wichtig für Sie ist außerdem langfristige Aufmerksamkeit. Hören Sie gut zu und machen Sie sich nach wichtigen Gesprächen am besten Notizen. Bevor Sie wieder mit der Person sprechen, sehen Sie sich diese Notizen zuvor nochmal an!

Seitensprung erkennen:

Tamer Bakiner ist eigentlich spezialisiert auf Wirtschaftsermittlungen – aber er kümmert sich immer wieder auch um Fälle, in denen es um untreue Partner geht. Bakiner sagt: „Gerade in langjährigen Beziehungen lassen wir uns besonders dreist betrügen. Wer einmal vertraut, der vertraut auch weiterhin – auch wenn aufgrund der Fakten eigentlich alle Alarmglocken schrillen müssten …“ Zu diesen Fakten kann zum Beispiel gehören, dass Ihr Partner sein Handy auf einmal besonders häufig nach neuen Nachrichten checkt oder auf einmal ein zweites Handy hat. Bakiner: „Natürlich gibt es auch die ganz klassischen Alarmzeichen – etwa, dass ihr Partner viel länger arbeitet als gewöhnlich, dass Sie einfach weniger Zeit miteinander verbringen und dass Sie nicht mehr so oft miteinander im Bett landen.“ Bakiner betont: „Ich will nicht sagen, dass alle Menschen schlecht sind. Ich finde nur, dass es nicht schaden kann, wenn man das Vertrauen ab und zu durch ein wenig Kontrolle untermauert.“ Übrigens, so Bakiners Erfahrung: „Frauen sind bei Seitensprüngen raffinierter als Männer.“ Denn: Männer lassen sich oft stärker von Hormonen leiten. Deshalb entscheiden sie sich schneller für einen Seitensprung, haben dann weniger Zeit, ein exaktes Lügengebäude aufzubauen.

Das sind Bakiners spannendste Fälle

Das Geschäft mit dem Müll

Diese Geschichte machte Schlagzeilen: Bakiner entlarvte ein Netz aus Leuten, die Müll nicht verbrannten, sondern – verbotenerweise – in alte Tongruben kippten. So hatten sie riesige Gewinne gemacht. Bis Bakiner kam …

Betrügerjagd in Bangkok

Das Netzwerk des Ermittlers arbeitet weltweit. So gelang es ihm, einen Betrüger zu überführen, der sich mit mehreren erschlichenen Millionen nach Thailand abgesetzt hatte. Auf die Schliche kam er ihm über dessen Freundin.

Krankmacher auf der Baustelle

Betrügereien von Angestellten gehören zu Bakiners häufigsten Fällen. Zum Beispiel ließ er einen Lkw-Fahrer auffliegen, der bei einer bayerischen Spedition angestellt war. Der Mann ließ sich krankschreiben, arbeitete aber wochenweise auf einer Baustelle. Bakiner observierte den Mann, dokumentierte alles. Der Krankmacher wurde entlassen.

Uli Heichele

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