SEK-Einsatz in Münchner Arztpraxis

München - Dramatischer SEK-Einsatz vor dem Ärztehaus am Peschelanger in Neuperlach: Ein Suchtpatient (51) hatte am Samstagnachmittag mit einer Waffe mehrere Menschen in einer Methadonpraxis bedroht.

Zunächst ging die Polizei von einer Geiselnahme aus und rückte mit einem Großaufgebot an.

Der Mann war gegen 12.30 Uhr mit einer Schreckschusspistole in die Praxis im 4. Stock gestürmt. Offenbar brauchte er dringend eine zusätzliche Ration Methadon. Der 51-Jährige trommelte deshalb wie wild an die Tür des Sprechzimmers, in dem sich gerade der Arzt (49) mit einer Patientin (42) aufhielt. Diese Situation nutzten zwei Arzthelferinnen und drei Patientinnen und flüchteten.

Dem Internisten (49) gelang es, die Tür zu verriegeln – und einen Notruf abzusetzen. Er forderte seine Patientin auf, mit ihm über die Feuerleiter zu flüchten. Da die Frau Höhenangst hatte, kletterte der 49-Jährige allein aus dem Fenster und über die Feuerleiter auf das Dach eines Parkhauses.

SEK-Einsatz in Münchner Arztpraxis

SEK-Einsatz in Münchner Arztpraxis  © Gaulke
SEK-Einsatz in Münchner Arztpraxis  © Gaulke
SEK-Einsatz in Münchner Arztpraxis  © Gaulke

Während vor dem Ärztehaus ein Großaufgebot des Spezialeinsatzkommandos (SEK) in Stellung ging, versuchte die Patientin mit dem bewaffneten Mann durch die verbarrikadierte Tür ins Gespräch zu kommen. Der Suchtkranke, der laut Polizeisprecherin Sabine Mandlmeier in einer „aufgewühlten Verfassung“ gewesen sei, drohte während der zwei Stunden mehrfach mit Selbstmord. Zudem hatte er es offenbar darauf angelegt, von den SEK-Kräften erschossen zu werden.

Doch dazu kam es glücklicherweise nicht: Offenbar schaffte es die Patientin, den Verzweifelten zu beruhigen. Sie hörte ihm zu, ließ sich seine für ihn ausweglose Situation erzählen.

Nach längeren Gesprächen auch mit dem Psychologischen Dienst der Polizei wurde der Mann gegen 14.30 Uhr durch das SEK überwältigt. Er blieb unverletzt. Die Patientin war zuvor von Beamten des SEK über eine Drehleiter aus der Praxis gebracht werden.

Zum genauen Motiv des Mannes konnte die Polizei zunächst keine genauen Angaben machen. Nach seiner Überwältigung wurde der 51-Jährige in ein psychiatrischen Krankenhaus gebracht.

JAM

Rubriklistenbild: © Gaulke

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