SEK-Einsatz wegen dieser Spielzeug-Knarre

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Mit diesem Spielzeug-Revolver löste der 18-jährige Schüler Michael G. einen SEK-Einsatz aus

München - Welcher Bub hat nicht früher mit Knallplättchen-Pistolen gespielt? Heute ist das riskant. Wenn es dumm läuft wie beim 18-jährigen Michael G., dann rammt das SEK im Morgengrauen die Tür auf.

Der Schüler hatte im November 2009 mit einem Spielzeug-Revolver im Michaeli-Gymnasium herumgealbert. Aus einer Laune heraus sagte er zu einem Mitschüler: „Ich erschieße dich!“ Niemand nahm das ernst. Am Abend wurde es einem Schüler mulmig.

Der Amoklauf von Winnenden, wo ein Schüler 15 Menschen erschoss, war gerade ein halbes Jahr her. Hat Michael nicht auch Amok-Andeutungen gemacht? Der Schüler informierte die Polizei. Und diese startete das volle Programm: 14 schwer bewaffnete SEK-Beamte stürmten die Wohnung. Der Schreck war riesig.

Hinweise für einen Amoklauf wurden nicht gefunden. Dennoch erhielt Michael eine Rechnung für den Einsatz: Zunächst 3060 Euro, dann 600 Euro. Dagegen klagte er vor dem Verwaltungsgericht. Der Einsatz sei unverhältnismäßig gewesen, so sein Anwalt. „Wir mussten handeln“, konterte Regierungsrätin Heike Mattern von der Polizei. „Wir müssen früh verhindern, dass kein Amoklauf wie in Winnenden passiert.“

So sah es auch das Gericht: „Der Kläger hat den Vorgang ausgelöst.“ Zerknirscht zog Michael seine Klage zurück. Er sieht inzwischen ein: „Ich habe eine Dummheit gemacht.“

E. Unfried

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