Selbstmord aus Flugzeug im Drogenrausch?

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In dieses Reitstüberl fiel der Mann, der aus der Cessna sprang.

Bergkirchen - Der spektakuläre Selbstmord vom Wochenende mit dem Sprung aus einem Flugzeug ist womöglich im Drogenrausch passiert. Im Internet hat Pascal R. seine Tat angekündigt.

Der Selbstmörder von Augsburg – er hat seine Wahnsinnstat im Internet angekündigt! „Es war Zeit, ich bin so weit“, schrieb der 26-Jährige im Internet, dahinter ist ein Kreuz abgebildet. Am Samstag hatte Pascal R. bei einem Rundflug über München versucht, das Flugzeug zum Absturz zu bringen und sich dann aus 500 Metern in den Tod gestürzt.

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Mann stürzt sich nach Kampf aus Sportflugzeug - tot

Am Augsburger Flughafen startet Pascal R. am Samstagnachmittag seine furchtbare Tat. Er löst einen 345 Euro teuren Gutschein für einen Rundflug nach München ein. Der ehemalige Kampfpilot Hans K. (42) aus München fliegt die Cessna. Als Pascal R. über dem westlichen Münchner Stadtrand plötzlich ein Messer aus der Tische zieht und Hans K. die Klinge an den Hals hält, setzt sich der erfahrene Pilot heftig zur Wehr. Es beginnt ein Kampf um Leben und Tod. Schließlich reißt der Selbstmörder die Flugzeugtür auf und stürzt sich 500 Meter in die Tiefe. Bei Palsweis (Kreis Dachau) schlägt er neben der A 8 in einem Reitstüberl auf. Er ist sofort tot, der Pilot fliegt mit Stich- und Schnittverletzungen am Hals und an den Händen zurück nach Augsburg.

Was treibt einen Menschen zu einer solchen Tat? Tatsache ist: Pascal R. war schwer drogensüchtig und wegen psychischer Probleme in Behandlung. Die Polizei vermutet, dass auch der spektakuläre Selbstmord vom Wochenende im Drogenrausch passiert ist. „Darüber wird die Obduktion der Leiche Aufschluss geben“, sagte ein Polizeisprecher. In der Wohnung des Toten entdeckte die Polizei einen Abschiedsbrief, in dem der Augsburger seine Tag ankündigt.

Im Internet hatte der drogensüchtige Mann mit den langen Rastalocken eine eigene Homepage. Dort philosophierte er über seine Drogenabhängigkeit, psychische Krankheiten und Hass. Die langen Texte geben einen Einblick in seine wirre Gedankenwelt: „Mitleid oder Sympathie sind für mich nur Wörter. Ich bin leider unheilbar am Hass erkrankt“, heißt es an einer Stelle.

Auch seinen eigenen Tod bringt der 26-Jährige, der sich unter anderem auch Pali und Ali nannte, immer wieder zur Sprache: „Pali ist müde und zerstört. Ich bin zufrieden für jede kleine und jede große Gabe, die ich erhalten habe. Dennoch und gerade deswegen: Ich muss weg aus mir.“ An anderer Stelle heißt es: „Ab und an muss ein Mensch auf ewig von der Bildfläche verschwinden, um Frieden zu finden.“

Auf seiner Internetseite posiert Pascal R. auch mit Samuraischwertern und einer iranischen Flagge, daneben stehen Texte in arabischer Schrift. „Ich bin nicht religiös, aber ich schätze den Islam“, verkündete der 26-Jährige. Die Polizei geht jedoch nicht davon aus, dass die Tat einen religiösen Hintergrund hat. Ein Polizeisprecher: „Womöglich war die Drogensucht der Grund für den Selbstmord.“

CS, DOP

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