Marco F. um 1000 Euro geprellt

So lief der Waffen-Deal mit dem Sendling-Killer

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Marco F. wollte sich eine Waffe beschaffen

München - Aykut T. hat den Mörder von Katrin Michalk bei einem geplanten Waffen-Deal um 1000 Euro geprellt. Das Geld hat der 19-Jährige noch am gleichen Tag verjubelt. So lief die Aktion:

Aykut T. (Name geändert) macht den Eindruck eines etwas unbeholfenen Bübchens. Der 19-Jährige aber war es, der den Mörder von Katrin Michalk, Marco F. (19), bei einem geplanten Waffen-Deal um 1000 Euro prellte! Dafür musste der gebürtige Türke am Mittwoch vor dem Jugendgericht erscheinen.

Die beiden Burschen besuchten im vergangenen Jahr gemeinsam eine Berufsförderschule. „Wir sind gemeinsam durch Shisha-Bars gezogen und haben an Automaten gespielt“, erzählte Aykut am Mittwoch vor Gericht. Marco sei auf ihn zugekommen: Er brauche eine Pistole, Kaliber 9 Millimeter. Wozu das? Aykut: „Er hat gesagt, er will damit einen Raubüberfall begehen.“ Der Angeklagte weiter: „Er hat gemeint, ich habe Kontakte zur Mafia.“ Richterin Elisabeth Ziegler: „Wie ist er da draufgekommen?“ Aykut: „Ich habe ihn angelogen.“

Für 1500 Euro versprach Aykut die Waffe zu beschaffen. Am 1. Juni kam Marco F. mit 1000 Euro daher.“ Aykut: „Das Geld hat er mir in der Schultoilette übergeben.“

Was machte er mit dem Geld? „Ich habe es am gleichen Tag in einem Spielcasino verzockt“, behauptet Aykut T.

Nach einigen Wochen wurde der spätere Mörder von Sendling ungeduldig, wollte endlich die Waffe haben. Aykut forderte cool nochmal 500 Euro. Am 19. Juli beschaffte Marco das Geld, doch er wurde misstrauisch – und übergab es diesmal nicht.

Von diesem Betrug erzählte Marco F. seiner Mutter. Sie ging zur Polizei und erstattete Anzeige. Nach dem Mord an Katrin Michalk erinnerte sich ein Polizeibeamter an diesen Fall und brachte so die Mordkommission auf die richtige Spur.

Aykut T. gab sich am Mittwoch reumütig. „Seine Mutter schiebt Sonderschichten, um das Geld zurückzuzahlen“, so sein Verteidiger. Das Urteil: Vier Tage Kurzarrest, 80 Stunden gemeinnützige Arbeit. Ein Jahr lang muss Aykut die Weisungen eines Betreuers befolgen. Die Richterin: „Es wird Zeit, dass Sie sich endlich eine Arbeit suchen!“

E. Unfried

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