Breitseite gegen ADAC

Das ist Münchens frechste Werbung

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Die Mobil-Werbung nahm den Konkurrenten ADAC vor dessen Haustüre aufs Korn und war für Passanten ein Lacher

München - Sehen Sie sich nur die beiden Plakatwände auf dem Foto an! So frech kann Werbung sein. Diese Plakate hingen bis vor Kurzem in der Hansastraße.

Mit Blick auf den Turm des ADAC! Der Automobilclub kriegt von seinem Konkurrenten, Mobil in Deutschland e.V., kräftig Spott ab.

„Wir wollten uns beim ADAC einfach mal bedanken“, sagt Mobil-Chef Michael Haberland und lacht. Seit die Manipulationen beim ADAC bekannt wurden, habe Mobil 750 Mitglieder dazu bekommen (insgesamt derzeit 3000). „Immer noch homöopathisch“, sagt Haberland, verglichen mit rund 19 Millionen ADAClern. Darum ging es beim Mobil-Werbeplakat: „Zu zeigen, dass es mehr als einen Automobilclub in Deutschland gibt. Wettbewerb tut gut.“

Der Münchner Haberland war früher selbst ADAC-Mitglied, sagt: „Ich will den Wettbewerber nicht schlecht reden. Seine Leistungen mit den Gelben Engeln verdienen Respekt.“ Manch Anderes passt Haberland beim ADAC aber nicht. Mobil komme mit weniger Verwaltung aus, man arbeite hauptsächlich online. Und: „Wir lassen unsere Mitglieder in Frieden und schicken ihnen nicht jede Woche Versicherungsangebote.“

Die Werbewände in der Hansastraße waren Marketing, das bei aller Konkurrenz laut Haberland sogar ein Mitarbeiter des Konkurrenten clever und spaßig fand . Günstig war der Coup noch dazu: 20 Tage kosteten laut Mobil 1000 Euro.

Der ADAC wollte sich gestern zu den Plakaten auf Nachfrage der tz nicht äußern. Eine Sprecherin: „Kein Kommentar.“

Martin Wimösterer

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