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Lkw-Fahrer lassen Diesel-Aggregate laufen

Am Großmarkt: Nächtlicher Lärm treibt Anwohner um - neue Messungen schockieren

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Gehörig was los ist am Großmarkt am frühen Morgen, wenn die Waren abgeholt werden. Aber auch nachts rauben Lkw vielen Anwohnern den Schlaf.

Brummende Kühlaggregate von Dutzenden Lastwagen rauben Anwohnern der Großmarkthallen nachts den Schlaf. Die Klagen häufen sich, weshalb die Stadt nun aktiv nach Lösungen sucht. Wohl auch, weil Lärmmessungen jüngst erschreckende Ergebnisse erbracht haben.

München - Wenn am Abend an der Großmarkthalle in Sendling die Lastwagen mit Obst, Gemüse oder Blumen ankommen, ist es für die Anwohner vorbei mit der Nachtruhe. Um ihre Ladung frisch zu halten, lassen die Fahrer der parkenden Lkw nämlich oft stundenlang ihre Dieselaggregate laufen, schildern die Anwohner. An manchen Tagen seien es bis zu 60 Lastfahrzeuge.

Dem Sendlinger Bezirksausschuss (BA) sind die Beschwerden über die nächtliche Abgas- und Schallbelastung schon seit Längerem bekannt. Auch zur jüngsten BA-Sitzung war wieder ein Anwohner der Königsdorfer Straße gekommen und beklagte die Situation. Mit dabei hatte er ein Schreiben aus dem Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU), das auch die Viertelpolitiker überraschte. Aus dem Brief an die Anwohner las er vor, dass die Ergebnisse einer aktuellen Schallpegelmessung nun vorliegen. Demnach würden die Immissionsrichtwerte in der Nacht teils um mehr als das Doppelte überschritten. Laut RGU liegt damit „eine erhebliche Lärmbelastung“ vor.

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Haus unter Denkmalschutz - daher Einbau von schallsicheren Fenstern nicht möglich

Der Anwohner, selbst Vater eines fünfjährigen Sohnes, sagt, dass viele Familien mit Kindern von der nächtlichen Ruhestörung betroffen seien. 2011 hatte die Stadt das Wohnhaus an der Königsdorfer Straße 17 verkauft. „Da das Gebäude jedoch unter Denkmalschutz steht, dürfen die neuen Eigentümer keine schallsicheren Fenster einbauen“, sagt der Bewohner. „Wir selbst können unsere Situation nicht verbessern.“

Im BA herrscht Empörung angesichts der Machtlosigkeit der Anwohner. Verwundert sind die Kommunalpolitiker auch darüber, dass es den Fahrern gestattet sei, die Diesel-Aggregate die ganze Nacht und am Wochenende laufen zu lassen. Insbesondere weil es technisch deutlich ruhiger ginge: Laut dem Landesverband der Bayerischen Spediteure sind bereits die meisten Lastwagen mit einem Stromanschluss ausgestattet. Eine elektrisch betriebene Kühlung wäre deutlich leiser. Auf dem Gelände der Großmarkthalle fehlen jedoch entsprechende Strom-Anschlüsse.

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Gesundheitsreferat bespricht sich mit Betreibern der Markthallen

Auf Anfrage unserer Zeitung wollte das Gesundheitsreferat zunächst keine genaueren Details der Lärmpegel-Untersuchung bekannt geben. Zur Begründung hieß es, dass es erst Gespräche mit den Markthallen geben soll, um mögliche Verbessungsideen zu entwickeln. Ein solches Gespräch hat nach Informationen unserer Zeitung Anfang dieser Woche stattgefunden.

Die Markthallen haben darin dem RGU einige Maßnahmen vorgeschlagen, um die Belastungen für Anwohner zu verringern: So sollen Lkw mit dieselbetriebenen Kühlaggregaten nur noch auf dem Lkw-Parkplatz stehen und nirgendwo anders auf dem Gelände. Ferner sollen einige Bereiche neu asphaltiert werden. Hintergrund: „Die Gabelstapler sind eine Lärmquelle, wenn sie über Bodenunebenheiten fahren, da die Gabeln dann hörbar rumpeln“, erklärt Kommunalreferats-Sprecherin Birgit Unterhuber. Darüber hinaus möchten die Markthallen mehr auf die Mitarbeiter einwirken, Hupen und unnötiges Laufenlassen von Fahrzeugen zu unterlassen.

Die angeregten Stromstationen wird es indes nicht so bald geben. „Ende des Jahres soll die Entscheidung über den Umbau der Großmarkthallen fallen“, sagt Unterhuber. Erst wenn klar sei, wo ein Neubau entstehen wird, könne man detaillierter weitere Flächen planen.

Christina Seipel

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